Hörspielproduktion im Beethovenhaus: Das Rätsel um Ludwigs Schädel

Hörspielproduktion im Beethovenhaus : Das Rätsel um Ludwigs Schädel

Auch wenn ein Krimi-Hörspiel-Workshop und das Beethovenhaus auf den ersten Blick nicht so recht zusammenpassen wollen, verbindet sie doch ein Grundgedanke, der seiner Zeit auch Ludwig van Beethoven angetrieben haben mag: Durch kreatives Arbeiten anderen Menschen ein Hörvergnügen zu bereiten.

Zu diesem Zweck trafen sich in dieser Woche Mädchen und Jungen täglich von 10 bis 16 Uhr im Beethovenhaus. Der Workshop fand - wie schon andere Medienprojekte des Beethovenhauses - in Kooperation mit der Medienwerkstatt des Katholischen Bildungswerks statt.

Doch bevor die jungen Leute an Aufnehmen denken konnten, lag ein langer Weg vor allen Beteiligten. Zu Beginn wurden den Mädchen und Jungen bei einer Einführung die Grundlagen einer Hörspielproduktion erklärt und die wichtigsten Fragen beantwortet. Zudem erhielten sie mit den historischen Fakten zu Beethovens Tod einen geschichtlichen Rahmen für ihr Hörspiel, in dessen Mittelpunkt vor allem das Rätsel um die verschwundenen Schädelknochen des berühmten Komponisten stand.

Eifrig machten sich die jungen Hörspielautoren dann an die Arbeit und entwickelten eine spannende Geschichte sowie die passenden Dialoge. Besonders begeistert waren Anna und Viktoria dabei von den vielen Freiheiten, die sie während des gesamten Entwicklungsprozesses hatten. So zogen die Kinder am Mittwochmorgen, noch bevor das Beethovenhaus für Besucher öffnete, durch die Gänge, um Geräusche aufzunehmen. Dabei sei zwar nicht immer genau das herausgekommen, was geplant war, erzählten Anna und Viktoria, aber es hätte trotzdem sehr viel Spaß gemacht.

Betreut von Said Suma von der Medienwerkstatt saßen die Kinder dann am nächsten Tag in kleinen Gruppen im Aufnahmestudio. "Da ist es ganz leise drin. Man fühlt sich fast wie auf einem anderen Planeten", sagte Viktoria. Auch wenn dann am Donnerstag nicht alle gleichzeitig ins Mikrofon sprechen konnten, hatte doch jeder etwas zu tun. Wer nicht aufgenommen wurde, der übte entweder seinen Text oder saß am Mischpult. Dabei hatten die Kinder vor der Glasscheibe, die Mischpult und Aufnahmeraum trennt, sichtlich genau so viel Spaß wie die dahinter.

Die zwölfjährige Anna konnte sich besonders für die technische Aufbereitung begeistern. "Am besten gefällt mir, die Tonspuren selber zu schneiden", erklärte sie während einer kurzen Pause. Mit dem Schneiden der Tonspuren steuerte der Workshop seinem Ende entgegen. Die Woche auf den Spuren eines verschwundene Schädels war nicht nur in den Augen der Mädchen und Jungen ein voller Erfolg. Auch Martella Gutiérrezz-Denhoff, Betreuerin des Projekts, freute sich, "den Kindern durch dieses Projekt einen besonderen Bezug zu Beethoven zu ermöglichen und 'Nischenwissen' zu vermitteln".

Hörprobe: Das fertige Hörspiel ist auf www.beethoven-haus-bonn.de zu finden.