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Eigentümerin fordert Baumfällung: Städtische Birke schlägt Wurzeln in Beueler Haus

Eigentümerin fordert Baumfällung : Städtische Birke schlägt Wurzeln in Beueler Haus

Die Fällung einer 18 Meter hohen Birke forderte die Eigentümerin eines Hauses an der Rheinaustraße. Der städtische Baum hätte sie bereits 11.500 Euro an Hausreparaturen gekostet.

Von Verdruss durch Straßenbäume konnten einige Politiker in der Bezirksvertretung am Mittwoch ein Lied singen. Das Thema aufgebracht hatte der Bürgerantrag einer Anwohnerin der Rheinaustraße. Übeltäter ist die städtische Birke vor Hausnummer 184. 18 Meter hoch, Stammumfang 1,60 mit einer Krone von rund sieben Metern. Das Amt für Stadtgrün bescheinigt dem Baum einen guten Zustand.

Die Anwohnerin will, dass die Birke entfernt oder zumindest gekappt wird, denn die hat am Haus erheblichen Schaden angerichtet. Die Wurzeln waren in den Abwasserkanal eingedrungen, hatten Risse und Rohrbrüche verursacht. „Der Baum hat mich bereits 11.500 Euro gekostet“, klagte die Frau bei der Anhörung in der Bezirksvertretung. Es könne doch nicht sein, dass sie für einen städtischen Baum zahlen müsse. Immerhin hatte das Tiefbauamt zugestanden, einen Teil der Kosten – rund 3600 Euro zu übernehmen.

Amt will Baum erhalten

Allerdings befürchtet die Antragstellerin weitere Schäden. Zudem würde die Birke ihr Haus um acht Meter überragen. Der alljährlichen Blätter- und Ästeansammlung auf dem Dach werde sie kaum Herr, zumal sie die Reinigung aufgrund ihres Alters nicht selbst machen könne. „Scherereien mit Birken kenne ich“, zeigte Achim Joest (Linke) Verständnis. Daher habe er von der Fachverwaltung einen Vorschlag erwartet. Zumal die Birke zu hoch gewachsen sei und zu nah am Haus stünde. Das Amt für Stadtgrün hatte dagegen in seiner Stellungnahme kompromisslos empfohlen, den Straßenbaum zu erhalten. Auch Doro Schmitz (Grüne) plädierte für den Erhalt. Bäume seien wichtig für das Stadtklima und zum Nutzen der Allgemeinheit.

Allerdings wies Monika Krämer-Breuer (CDU) darauf hin, dass die Birke beim Nachbarhaus gefällt und durch einen anderen Baum ersetzt wurde. „Das muss doch hier genauso möglich sein.“ Dazu konnte die Stadtgrün-Mitarbeiterin Barbara Lindlar mangels Ortskenntnis nichts sagen. Von einem Rückschnitt riet sie jedoch ab. „Dann ist die Standfestigkeit in Gefahr.“ Karl Uckermann (Grüne) machte den Vorschlag zur Güte: „Die Verwaltung soll prüfen, ob andere Maßnahmen möglich sind.“ Daher wurde auch der Antrag einstimmig bis zur nächsten Sitzung vertagt.