Bildung in Bonn: Adelheidisschule nutzt nur noch digitale Tafeln

Bildung in Bonn : Adelheidisschule nutzt nur noch digitale Tafeln

Als erste städtische Grundschule schafft die Vilicher Adelheidissschule alle Kreidetafeln ab. Die Schüler helfen durch Sponsorenlauf bei der Finanzierung mit.

Man sieht es dem verklinkerten Gemäuer an der Käsbergstraße nicht an, aber es beheimatet die Gemeinschaftsgrundschule mit den derzeit modernsten technischen Unterrichtsmethoden in Bonn: Die Adelheidisschule hat ihre letzten Kreidetafeln abgebaut und entsorgt. Dort setzt man jetzt in allen zwölf Klassenräumen auf digitale und interaktive Tafeln. Den Schülern gefällt das: Endlich keine Kratzgeräusche, keine Kreideflecken an den Fingern und kein Tafelputzen mehr.

„Der Anstoß kam aus dem Kollegium“, erklärte Schulleiterin Ute Sterr. Auf Wunsch der Lehrer wurde im Sommer 2016 die erste Tafel mit integriertem Beamer sowie Laptop, Dokumentenkamera und Software bei der Stadt als Schulträger beantragt, wenig später folgte die zweite, dann gab es zwei Großspenden von der Telekom, der Förderverein leistete einen Beitrag und die Kinder halfen durch zwei Sponsorenläufe ebenfalls bei der Finanzierung. Quasi als spätes Weihnachtsgeschenk wurde nun die letzte Tafel eingerichtet.

Eltern unterstützen das Projekt

„Wir haben andere Möglichkeiten, Dinge zu demonstrieren“, so Sterr. Und: „Die Eltern haben das von Anfang an unterstützt.“ Bedenken habe es nicht gegeben, dafür viel Unterstützung. „Digitale Medien haben ihren Platz“, sagte die Schulleiterin. „Wir müssen die Kinder sensibel machen.“ Sie wolle auch andere Schulen motivieren, diesen Schritt zu gehen: Er sei umständlich, lohne sich aber. Jetzt wünsche sie sich noch, dass die Schule endlich WLAN erhalte und die Internetplattform „Logineo“ des Landes NRW nutzen könne.

„Wir hatten früher nicht so viele Möglichkeiten wie jetzt“, meinte Philipp (9) aus der Klasse 4c bei einer kleinen Vorführung der digitalen Tafel. Jetzt kann man Arbeiten der Schüler schnell für alle sichtbar machen, auch bearbeiten, in Texte und Bilder hineinzoomen und auch selbst mit einem digitalen Stift Dinge markieren und verdeutlichen.

So hat die 4c mit Lehrer Lukas Trinius ein Wissensquiz über die europäischen Hauptstädte und andere ersonnen, und Mia, gerade mal neun Jahre alt, referierte über Polen anhand einer selbst erstellten Powerpoint-Präsentation.

Das bedeutet, dass die Lehrer sich auch auf neue Unterrichtsmethoden einstellen mussten, was diese aber gerne geleistet haben. Für die Digital Natives, die sie unterrichten, ist die interaktive Tafel eine tolle Einrichtung und eine zeitgemäße dazu. Die elfjährige Sasha brachte den Unterschied zu den früheren Kreidetafeln auf den Punkt: „Das ist so, als wenn man ein Tablet in der einen Hand hat und in der anderen ein Stück Holz.“

Und wenn die Technik mal ausfällt, hat die Tafel immer noch Flügel, auf denen man mit White-Board-Markern schreiben kann. Natürlich werden auch die Grundlagen weiter gelernt, wenn auch zum Teil auf eine etwas andere Weise: Die 4c hat ein kleines Lehrvideo über den Gebrauch des Geodreiecks produziert, das in den anderen Klassen gezeigt wird.

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