1. Bonn
  2. Beuel

Theater Marabu Beuel: Mit Körpertraining geht es los

Theater Marabu Beuel : Mit Körpertraining geht es los

Welches Stück das Junge Ensemble des Theaters Marabu auf die Bühne bringt, wissen die Mitglieder noch nicht, aber im August ist die Premiere. Doch das liegt vorläufig noch in weiter Ferne: Erst mal müssen sich die zehn Nachwuchs-Schauspieler miteinander vertraut machen.

Am Samstag trafen sie erstmals in der neuen Konstellation aufeinander. Sie haben das Casting für das theaterpädagogische Projekt erfolgreich absolviert. Für Jana Brass war diese Hürde mit ihrer Vorerfahrung nicht so groß: „Ich habe früher in Krefeld am Theater gespielt“, erzählte die 22-Jährige. Jetzt studiert sie in Bonn und suchte nach einer Möglichkeit, nebenbei auf der Bühne zu stehen. Mit der Frage, welches Theaterstück sie gerne spielen möchte, hat sie sich noch nicht so intensiv beschäftigt. „Ich hätte Lust auf eine Collage aus verschiedenen Texten.“

Hermann Schwedhelm hat immerhin eine Vorstellung davon, in welche Richtung es gehen würde, wenn es nach ihm ginge: „Ich hätte Spaß an etwas zwischen Unterhaltung und Gesellschaftskritik, so dass die Leute nachher etwas haben, über das sie nachdenken, sich aber auch unterhalten gefühlt haben.“ Er hat noch keinerlei Vorerfahrung in Sachen Theater – ihn reizte die neue Erfahrung. Seine Geschwister hatten schon im Jungen Ensemble mitgespielt, und er hatte sich einfach mal beworben.

Den Auswahlworkshop hat der 24-Jährige immerhin erfolgreich absolviert. Da sei Schauspieltalent nicht das einzige Kriterium, war Jana überzeugt: „Es geht auch um interessante Typen.“ Ein weiteres Argument brachte Joshua Koch ins Spiel: „Wir haben immer zu wenig Jungs.“ Der 18-Jährige macht zum zweiten Mal mit und weiß, wovon er spricht. Er war über einen Besuch mit seiner Schulklasse bei einem Auftritt der Gruppe darauf gekommen mitzumachen. Sein Wunsch wäre, etwas Makaberes zu spielen, „dass einem das Lachen im Hals stecken bleibt“.

Alle reizt das Konzept des Ensembles: „Die Arbeitsweise ist ziemlich einzigartig“, meinte Jana. „Wir werden voll integriert und dürfen mit entscheiden, was gespielt wird.“ Man könne auch viele Ideen selber einbringen, sagte Joshua. „Und wir werden wie Profi-Schauspieler ernst genommen.“

Tina Jücker, die mit Claus Overkamp das Theater Marabu und dieses Projekt leitet, war selber gespannt auf die neue Truppe: Sie hatte die übrigen Teilnehmer beim Casting schon kennengelernt, sie aber noch nicht in der Gruppe erlebt. Auch für sie war der Termin am Samstag also eine spannende Angelegenheit. „Wir werden erst mal gucken, was die Themen sind, die interessieren.“ Mit Körper- und Schauspieltraining geht es los, über Spiele und Übungen sollen Hemmungen ab- und eine Gruppendynamik aufgebaut werden.

„Wir wollen junge Leute an neue künstlerische Formate heranführen“, sagte Jücker. Ziel sei es, dass die Teilnehmer dabei bleiben. „Für uns ist es interessant, wenn es junge Leute gibt, die weitermachen und wissen, wie die Arbeitsabläufe sind.“ So wie Joshua und eine andere Teilnehmerin, die jetzt schon in die vierte Runde geht.