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"Tag der offenen Klöster" in der Rheinvilla: Einen Blick hinter Klostermauern

"Tag der offenen Klöster" in der Rheinvilla : Einen Blick hinter Klostermauern

Der bundesweite "Tag der offenen Klöster" hatte am Samstag Premiere. Einen Blick hinter Klostermauern bot dabei das Provinzialat, der Verwaltungssitz der Herz-Jesu-Priester in Deutschland, in Oberkassel.

Die Dehonianer, Gemeinschaft der Herz-Jesu-Priester, die dort leben, sind eine Gemeinschaft in der römisch-katholischen Kirche. Es gibt sie seit 1908 in Deutschland und in missionarischer Tätigkeit rund um den Erdball seit 1888. Ordensgründer war in Frankreich Pater Leo Dehon.

"Wir möchten den Menschen zeigen, wie wir leben", erklärte der leitende Pater des Klosters in Oberkassel, der 53-jährige Heiner Wilmer. In einer Seitenstraße an der Simonstraße mitten in einem gepflegten großen Garten liegt die Rheinvilla der Herz-Jesu-Priester, die eine barocke Kapelle birgt. Doch die fünf Patres, die dort zu Hause sind, werden nicht mehr lange dort anzutreffen sein.

"Wir ziehen am 1. August in unser Exerzitien- und Bildungshaus in Neustadt an der Weinstraße. Uns fehlt es an Nachwuchs hier und die Villa wird verkauft", sagte Pater Wilmer. Gleichwohl war der Besucherandrang groß zu den Vorträgen von Wilmer. Besonders das Thema "Wie werde ich glücklich? Was sagen die Herz-Jesu-Priester?" interessierte sehr viele Menschen.

Wilmer ist ursprünglich Lehrer und war vor seiner Tätigkeit als Provinzial in Bonn neun Jahre lang Leiter des Gymnasiums Leoninum in Handrup mit etwa 1200 Schülerinnen und Schülern. Zum Thema Glück sagte er: "Das Beste ist geschenkt, achte auf Deinen Puls, achte Deinen Rhythmus." Und drittens riet er, sich nicht zu vergleichen.

"Alles haben ist nicht alles", meinte er. "Offen zu bleiben fürs Geheimnis", und er gab zu bedenken, auch mal Zeiten der Stille bewusst zu suchen, ebenso wie das Alleinsein. Bewusst menschliche Beziehungen leben, Beziehungen, in denen man vertrauen kann und auch mal unfertige Dinge sagen kann. Er selbst, erzählte er, ziehe sich immer mal wieder zu einer einwöchigen Schweigemeditation ins Kloster zurück. "Ich wollte bereits als Zehnjähriger Pastor werden."

Doch als Jugendlicher sei er zunächst ganz anders gewesen, war immer unterwegs mit dem Moped und auf Partys und in Discos. "Doch nach dem Abitur kam dann wieder der ursprüngliche Wunsch, Geistlicher zu werden zurück. Mich hat das Ordensleben einfach angezogen. Was bringt es mir? Ein innerlich tief erfülltes Leben."