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Moltkeplatz in Bad Godesberg: Unbekannte sprengen Bankautomat

Moltkeplatz in Bad Godesberg : Unbekannte sprengen Bankautomat

Unbekannte Täter haben in der Nacht zu Montag einen Bankautomat in einer Filiale am Moltkeplatz in Bad Godesberg gesprengt. Anschließend sollen sie auf einem Motorrad geflüchtet sein. Bislang gab es in diesem Jahr mehr als 30 Angriffe auf Geldautomaten in NRW.

Wie die Polizei mitteilt, riss um 4 Uhr ein lauter Knall die Anwohner des Moltkeplatzes aus ihrem Schlaf. Vermutlich mittels eines Gasgemischs hatten unbekannte Täter einen Geldautomaten im Vorraum einer Bank aufgesprengt. Sie erbeuteten Bargeld in nicht bekanntgegebener Höhe. Durch die Detonation wurde der Vorraum erheblich verwüstet und eine Tür aus der Verankerung gerissen.

Die alarmierte Polizei leitete umgehend ihre Ermittlungen ein, in denen sich Hinweise ergaben, dass zwei vermummte Personen nach der Tat mit einem Motorrad vom Tatort flüchteten. Eine ebenfalls sofort eingeleitete Fahndung, bei der auch ein Polizeihubschrauber eingesetzt wurde, verlief bislang ergebnislos.

Die Polizei bittet nun um Hinweise aus der Bevölkerung und fragt:

  • Wer hat in der Nacht zu Montag, 26. Oktober 2015, in der Zeit zwischen 3 Uhr und 4.10 Uhr, in Bad Godesberg verdächtige Personen oder Fahrzeuge gesehen?
  • Es ist nicht auszuschließen, dass neben den zwei vermummten Personen, weitere Personen an der Tatausführung beteiligt waren. Hinweise werden unter der Rufnummer 0228-150 oder KK34.Bonn@polizei.nrw.de entgegengenommen.

Nach GA-Informationen soll die Bank mindestens heute geschlossen bleiben.

Mehr als 30 Angriffe auf Geldautomaten in 2015

Das Vorgehen der Täter in Bad Godesberg ist keinesfalls neu. Es passt in das Muster, nachdem kriminelle Banden seit einiger Zeit in Nordrhein-Wetfalen zuschlagen. "Es gab bislang mehr als 30 Angriffe auf Geldausgabeautomaten (GAA) in diesem Jahr, davon acht Versuche, bei denen die Täter scheiterten. Dies muss beendet werden", erklärte der Direktor des Landeskriminalamts (LKA) NRW, Uwe Jacob.

Zu diesem Zweck hat das LKA eine Ermittlungsgruppe eingerichtet, die ab sofort alle diese Straftaten in Nordrhein-Westfalen zentral und umfassend auswerten und analysieren wird, um die Täter zu identifizieren und festzunehmen. Dabei soll die Verhinderung von Sprengungen von Geldausgabeautomaten, wie jetzt in Bad Godesberg geschehen, Vorrang.

Erste Erkenntnisse aus einer Besprechung mit niederländischen Polizeibeamten vor einigen Tagen im LKA NRW lassen, laut LKA den Schluss zu, dass diese Täter mehreren Gruppen angehören, die in den Niederlanden aufhältlich sind. Die Taten seien in wechselnder personeller Zusammensetzung begangen worden.

Ein Teil der Geldausgabeautomaten-Sprengungen in NRW 2015 und drei Blitzeinbrüche in Leverkusen, Bielefeld und Hagen, die alle im August 2015 begangen wurden, dürften diesen Tätergruppierungen zuzurechnen sein.

Sämtliche Sprengungen von Geldausgabeautomaten in diesem Jahr werden durch die Experten der Ermittlungsgruppe zentral ausgewertet, um weitere Hinweise auf die Täter und deren Aufenthaltsorte zu erlangen.