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Verständnis und Toleranz sind Kernthemen des Unterrichts

Verständnis und Toleranz sind Kernthemen des Unterrichts

Junge Menschen über die vielfältigen Fragen des Lebens ins Gespräch miteinander zu bringen und dabei etwas zu lernen - so beschreibt Markus Homann seine Aufgabe. Der Berufsschulpfarrer aus Meckenheim wurde am Friedrich-List-Berufskolleg in sein Amt eingeführt.

Bereits seit August arbeitet der erfahrene Berufsschulpfarrer aus Meckenheim an seiner neuen Dienststelle, dem Friedrich-List-Berufskolleg. Jetzt wurde der 51-Jährige in der Aula des Berufskollegs in einem Gottesdienst von Superintendent Mathias Mölleken feierlich in sein Amt eingeführt.

"Sie sind jetzt der Neue im Team", sagte Mölleken. "Berufsschule ist aber nichts Neues für Sie. Und als Meckenheimer Junge ist Ihnen ja der rheinische Menschenschlag bestens vertraut", bemerkte der Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel. "Der Umgang mit jungen Menschen ist Ihnen durch Ihre eigenen vier Kinder bestens vertraut."

Aktuell beschäftigen sich Homanns Schüler mit Themen wie Selbstwahrnehmung, persönliche Stärken und Schwächen und mit ethischen Fragestellungen. "Andere sind anders, aber deswegen nicht blöd", erläuterte Homann seine Übersetzung für Toleranz. Genaues Verständnis und Toleranz gegenüber den Entscheidungen anderer Menschen, ihrem Glauben und ihren Überzeugungen gehören zu den Kernthemen des Religionsunterrichts.

"Wir legen viel Wert auf Werte, Respekt und Toleranz", meinte auch die stellvertretende Leiterin des Berufskollegs, Stephanie Pudenz. "Dass das im Religionsunterricht umgesetzt wird, sorgt für ein friedliches Zusammenleben in unserer Berufsschule", so Pudenz. "Insbesondere unsere drei evangelischen Berufsschulpfarrer, aber auch die anderen Religionslehrer hier sind integrierende Faktoren.

" Religionsunterricht wird an dem kaufmännischen Berufskolleg mit mehr als 2600 Schülern und 22 verschiedenen Bildungsgängen im Klassenverband konfessions- und religionsübergreifend unterrichtet. "Etwa 50 Prozent der Schülerschaft sind Christen, 25 Prozent gehören keiner Glaubensgemeinschaft an und 20 Prozent sind Muslime", so Pudenz.

In den Klassen von Markus Homann sitzen junge Erwachsene, die die Fachhochschulreife erlangen wollen, die Höhere Handelsschule besuchen oder zum Einzelhändler ausgebildet werden. Letztere erfahren zum Beispiel beim "Unterrichtsgang" ins Amtsgericht Bonn, wie der Themenkomplex Schuld, Strafe und Vergebung dort gehandhabt wird.

Homann hat neben seinem Theologie-Studium in Bethel, Marburg und Bonn auch ein Vordiplom in Volkswirtschaftslehre abgelegt. In den letzten 19 Jahren hat er an einem Berufsschulkolleg in Düsseldorf gearbeitet. Zurzeit lebt er noch in Neuss.