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Frauennetzwerk für Frieden und VHS Godesberg: Mobbingfälle mit dem Lehrer gemeinsam lösen

Frauennetzwerk für Frieden und VHS Godesberg : Mobbingfälle mit dem Lehrer gemeinsam lösen

Müdigkeit machte sich am Samstagnachmittag in den neuen Räumen der VHS Bad Godesberg breit. Den Teilnehmern des 5. Streitschlichtungstreffs des Frauennetzwerks für Frieden - Schülern und Lehrern aus Bonn, Siegburg und Troisdorf - rauchten die Köpfe.

Ein Tag voller Workshops, geprägt von intensivem Austausch, lag hinter ihnen. Zufrieden tauschten sie am Ende in der Gruppe ihre Ergebnisse aus und erzählten, was sie gelernt haben.

Auf dem Programm standen Workshops zum Thema "WOWW"-Ansatz ("working on what works", auf Deutsch in etwa: "sich auf das konzentrieren, was funktioniert"), Mobbing, Vertrauensschaffung und Schwierigkeiten in der Streitschlichtung. Da die Streitschlichter und Streitschlichterinnen als Schüler Konflikte innerhalb der Schülerschaft beilegen sollen, waren Grenzen ein Thema.

Welchen Personen kann man helfen und welchen nicht? Die Diskussion darüber hatte einem Schüler besonders gut gefallen. "Manchmal muss man es einfach den Klassenlehrern überlassen", resümierte er. Ein anderer Schüler ergänzte: Was er persönlich gelernt habe, ist, dass man vor allem als Team stark sei. Mobbingfälle könne er als Streitschlichter nur in Verbindung mit den Lehrern lösen. Auch Schüler, die bereits an vorherigen Treffen stattgefunden hatten, zeigten sich begeistert.

"Dieser Erfahrungsaustausch findet ja sonst nicht statt. Jede Schule macht ihr Ding, und die Probleme und Erfolge die da anstehen, bleiben auf diesem engen Raum. Hier kann man sich austauschen", so Heide Schütz vom Frauennetzwerk über die Bedeutung der Veranstaltung. Diana Dissemond nahm als Lehrerin der Siegburger Alexander-von-Humboldt-Realschule teil und bestätigte diesen Eindruck. "Ich denke, die Schüler haben sehr viel mitgenommen im Austausch miteinander", sagte sie. "Wir haben ähnlich Probleme, wir können uns helfen, wir sind nicht alleine, dieses Feedback untereinander, dieses Merken, dass da ein Netzwerk ist", sei für die Schüler besonders wertvoll.

Für die Lehrer sei es interessant, Lösungen für bestimmte Problemfälle auszutauschen. Auf die Frage, ob sich im Vergleich zu früher stärkere Aggressionen unter den Schülern beobachten ließen, antwortete Dissemond, dass es Streit zwar immer gegeben habe, die Schulen aber voller geworden seien.

"Die Klassenräume sind relativ klein, alleine dadurch ist Konfliktpotenzial da. Aber das liegt mit Sicherheit nicht daran, dass unsere Schülerschaft aggressiver geworden ist", sagte sie. Die typischen Streitereien handelten übrigens von "der hat mir mein Cappy weggenommen" oder "der hat mich beleidigt". Dass es durch die Streitschlichter weniger Streit gebe, davon sei sie überzeugt. Allein das Wissen um ihre Existenz, sei für viele Schüler beruhigend.