Domhofschule Mehlem: Staatsschutz ermittelt

Domhofschule Mehlem : Staatsschutz ermittelt

Schon wieder hat es die Domhofschule getroffen. Am vergangenen Wochenende haben Unbekannte die Wände mehrerer Gebäudetrakte besprüht, unter anderem mit einem Hakenkreuz. Wie die Polizei mitteilte, hat deswegen der Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen.

Die Schmierereien an der Domhofschule sind kein neues, sondern ein immer wiederkehrendes Phänomen. Anwohner des Areals an der Friedrich-Bleek-Straße, wo alte und neue Domhofschule und ein Spielplatz dicht beieinanderliegen, klagen immer wieder über Ruhestörungen, Vandalismus und Trinkgelage. Auch Einbrüche sind keine Seltenheit, mehrfach sind Diebe in das Gebäude eingestiegen und haben unter anderem Bürotüren eingetreten und Geld mitgenommen.

„Es ist immer noch genauso wie vor Monaten, es gibt keinerlei Änderungen“, beklagt eine Anwohnerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Am vergangenen Samstag zum Beispiel seien Jugendliche mit ihren Mofas wieder „wie die Irren über den Schulhof gefahren“. Sie hätte kein Problem, wenn sie sich auf dem Hof treffen und in normaler Lautstärke unterhalten würden. „Aber dort sind lautes Gebrüll und Prügeleien an der Tagesordnung.“

Zum Spielplatz gehe sie mit ihren Kindern gar nicht mehr. „Da stehen immer Flaschen und anderer Müll herum.“ Sie sei nicht die einzige, die sich gestört fühle. „Viele Nachbarn nervt es, aber keiner macht etwas dagegen.“ Das liege wohl auch daran, dass es sich meist um ältere Leute handele, „die haben einfach Angst“. Eine Lösung wäre es, den Schulhof abends zu schließen. „Das geht bei anderen Schulen doch auch. Wenn man mit dem Roller nicht mehr dorthin kommt und über einen Zaun klettern muss, verliert das Areal an Attraktivität.“

"Ein Element der Einschüchterung"

Eine „bedrückende Fehlentwicklung“ rund um die Domhofschule sieht ein anderer Anlieger, der ebenfalls nicht namentlich genannt werden möchte. Der Hof sei ein regelmäßiger Treffpunkt, die Gruppen würden immer lauter, teilweise werde gegen die Gebäude uriniert. Die lauten Mofas und Hunde, die manchmal mit dabei seien, „sind ein Element der Einschüchterung“.

Was funktioniere: Auch er spürt die Angst in der Nachbarschaft. „Viele lassen die Rollläden runter, wenn es wieder losgeht.“ Er fühlt sich von Stadt und Polizei allein gelassen. Das Problem sei, dass sich keiner wirklich verantwortlich fühle, „keiner hat ein Konzept, keiner tut etwas“.

Seit Anfang April verzeichnete die Polizei vier Einsätze auf dem Areal an der Friedrich-Bleek-Straße: ein Drogendelikt im April, eine gefährliche Körperverletzung im Mai und die Schmiererei. Diese wird nach Auskunft von Polizeisprecher Simon Rott doppelt gewertet – als Sachbeschädigung und als verfassungsfeindliches Delikt. Die Situation rund um die alte Domhofschule „ist immer wieder ein Thema bei uns“, sagt Rott. Dies belegten auch die aktuellen Vorfälle.

Das Hakenkreuz sei noch am Samstag entfernt worden, teilte Stefanie Zießnitz vom städtischen Presseamt mit. Morgen würden auch die anderen Schmierereien beseitigt. Die Entfernung der Schmierereien koste etwa 1700 Euro, so Zießnitz. Nun werden Maßnahmen zur Sicherung des Geländes ergriffen, so wird ein Zaun errichtet. „Das Wegerecht der Anwohner bleibt erhalten, die Spielflächen werden eingeschränkt zur Verfügung stehen“, sagt Zießnitz.

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