Unwetterschäden in Bad Godesberg: Mehlemer können in ihre Häuser zurück

Unwetterschäden in Bad Godesberg : Mehlemer können in ihre Häuser zurück

Die Stadt Bonn sichert die Einbruchstelle im Mehlemer Bachkanal. Bei neuem Starkregen könnten trotzdem Evakuierungen drohen. Die Fronhofer Galeria bleibt weiter gesperrt.

Nach dem verheerenden Unwetter, das zu Überschwemmungen vor allem in Mehlem und in der Bad Godesberger Innenstadt geführt hat, arbeiteten die Hilfskräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW), Bonnorange, Stadt und anderen Organisationen auch am Montag auf Hochtouren.

Einbruchstelle am Mehlemer Bachkanal

Laut Stadt konnte die Gefahr zunächst gebannt werden. Gestern Morgen wurde das Loch mit sogenanntem Flüssigboden verfüllt. So konnte die Einbruchstelle in Mehlem verschlossen und eine direkt angrenzende Garage sowie ein Wohnhaus an der Rüdigerstraße gesichert werden. Deren Fundamente waren zum Teil unterspült worden, sie drohten einzustürzen.

Ausblick

Komplett sicher ist die Einbruchstelle nicht. Sollte es zu weiteren Regenfällen kommen, könnten weitere Einbrüche nicht ausgeschlossen werden, so die Stadt. So könnte es sein, dass die 19 Häuser, die an der Mainzer Straße direkt über dem verrohrten Bachkanal stehen, bei weiterem Starkregen evakuiert werden müssen. Davon betroffen wären 40 Anwohner, die bereits am Sonntag über die Situation informiert worden sind. Derzeit sind laut Stadt alle Gebäude freigegeben, auch die beiden an der Rüdigerstraße, die zunächst evakuiert und gesperrt worden waren.

Schaden

Wie hoch und wie groß der entstandene Schaden auf Bonner Stadtgebiet ist, konnte die Stadt gestern nicht sagen. Der Grund: Der Rheinpegel ist immer noch erhöht, sodass sich das Wasser des Flusses nach wie vor in den Mehlemer Bachkanal zurückstaut. „Der Schaden am Kanal, der durch die Wassermassen am Samstag entstanden ist und zu der Einbruchstelle geführt hat, kann derzeit nicht untersucht werden“, so die Stadt. Dies sei erst möglich, wenn der Pegel „signifikant gefallen ist“. Schäden an anderen Kanälen in Mehlem seien nicht bekannt.

Entlastungskanal

Derzeit baut die Stadt einen Entlastungskanal zwischen Bachemer Straße und Rhein, der Anfang 2018 fertig werden soll. Mit diesem „werden künftig Überschwemmungen wie die am Samstag vermieden werden können“, sagte Tiefbauamtsleiter Peter Esch. Der Entlastungskanal kann Niederschlagsmengen abführen, wie sie bei dem Unwetter am 3. Juli 2010 angefallen sind – rund 54 Kubikmeter Wasser pro Sekunde, so die Stadt. Am Samstag sei weniger Regen gefallen, „auch wenn konkrete Zahlen noch nicht vorliegen“.

Tiefgarage der Fronhofer Galeria

Die Garage an der Schwertberger Straße blieb auch am Montag geschlossen – genau wie die gesamte Geschäftspassage. Das Technische Hilfswerk (THW) war den ganzen Tag damit beschäftigt, die Garage leerzupumpen. Wie Stadtmarketing Bad Godesberg mitteilte, bleibt die Galeria bis voraussichtlich Ende der Woche geschlossen.

Wie berichtet, war die Tiefgarage am Samstag überflutet worden. Gerüchte, dass sich in der Garage oder deren Nebenräumen Personen aufhielten, bestätigten sich nicht. Betroffen waren insgesamt 29 Autos – 14 parkten im ersten, 15 im zweiten Untergeschoss. Die Schwertberger Straße, an der sich die Einfahrt zur Tiefgarage befindet, war gestern noch gesperrt. Das galt gestern zunächst auch für die Mainzer Straße, die Busse fuhren stattdessen über die B 9. Die Brunnenallee hingegen war gestern schon vormittags wieder frei.

Reparatur- und Aufräumarbeiten

Bis auf die Fronhofer Galerie waren gestern alle Haushalte wieder mit Strom versorgt – zumindest alle, die anschließbar waren, so die Stadt. Die Reinigung und Reparatur der Stromverteilstation durch die Stadtwerke Bonn nehme aber noch einige Tage in Anspruch. Mitarbeiter von Bonnorange sind seit Samstag in Bad Godesberg im Einsatz.

Zunächst wurde Sonntag der grobe Schlamm in der Innenstadt und in Mehlem entfernt. Am Montag waren 35 Mitarbeiter mit 16 Fahrzeugen unterwegs, „um die restlichen Spuren des Hochwassers auf den Straßen und Plätzen zu beseitigen“, so die Stadt. Die Arbeiten werden in den nächsten Tagen fortgesetzt. Seit Sonntag wurde außerdem Sperrmüll abgeholt, auch dies wird fortgesetzt. Der Stadtordnungsdienst ließ elf Autos in den von den Überflutungen betroffenen Gebieten umsetzen, Kosten fallen für die Fahrzeughalter nicht an.

Einsatzkräfte

Insgesamt waren während des Unwetters und danach in Bad Godesberg 700 Hilfskräfte im Einsatz, und zwar von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr, THW, Stadt, DLRG, Deutschem Rotes Kreuz und Maltesern. Unterstützung kam aus Köln, dem Rhein-Sieg- und dem Rhein-Erft-Kreis. Mehr als 100 einzelne Einsatzstellen wurden abgearbeitet.

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