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Aktion von Verbraucherzentrale und Energie-Agentur: Energieberater haben Heiderhof im Blick

Aktion von Verbraucherzentrale und Energie-Agentur : Energieberater haben Heiderhof im Blick

Sollten auf den Straßen des Heiderhofs jemandem am Montagvormittag Celia Schütze und Stephan Herpertz dabei aufgefallen sein, wie sie kritische Blicke auf Hausdächer werfen und prüfend mit den Fingerknöcheln an Fassaden klopfen, so besteht kein Grund zur Sorge: Die Vertreterin der Bonner Energie-Agentur und der Energieberater der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen führen nichts Böses im Schilde. Vielmehr ging es beim gestrigen Ortstermin darum, ein Sonderprojekt publik zu machen, von dem alle Haus- und Wohnungseigentümer auf dem Heiderhof profitieren können.

Es geht um die notorisch steigenden Kosten für Heizung, warmes Wasser und Strom. Um Bürgern am konkreten Beispiel ihrer eigenen vier Wände Tipps dafür zu geben, wie sie die Energiekosten senken können, legen die Berater von Verbraucherzentrale und Energie-Agentur für vier Wochen einen Schwerpunkt auf dem Heiderhof. Während der Sonderaktion, die bis zum 26. Oktober läuft, bieten die Experten zum Sonderpreis von 20 Euro eine individuelle Beratung an. Eine ähnliche Schwerpunktphase ist im vergangenen Jahr in Ippendorf erfolgreich verlaufen: Dort bestellten sich knapp 50 Anwohner die Fachleute nach Hause.

"Natürlich besteht auch außerhalb der Sonderaktionen und auch im gesamten Bonner Stadtgebiet jederzeit die Möglichkeit, vor Ort auf das Fachwissen der Berater zurückzugreifen", sagt Celia Schütze. Für Mieter gibt es überdies den so genannten Basis-Check, bei dem sie für zehn Euro Hinweise auf mögliche Energiefresser in ihrem Haushalt erlangen können. Das Besondere an der Aktion, wie sie jetzt auf dem Heiderhof läuft, sei der Preis. Statt der jetzt 20 Euro werden regulär 60 Euro für einen Hausbesuch fällig.

"Die Gründe für steigende Kosten liegen auf der Hand", sagt Stephan Herpertz. "Wenn zum Beispiel Wände, Dach oder Keller unzureichend gedämmt sind, multipliziert sich der unzureichende Wärmeschutz mit den steigenden Energiepreisen." Dass die Wahl bei der zweiten Auflage der Aktion auf den Stadtteil Heiderhof fiel, liege am ähnlichen Baualter wie das des Wohngebietes in Ippendorf, wo die Auftaktveranstaltung stattfand, sowie an der einheitlichen Versorgungsstruktur.

Der Heiderhof wurde seinerzeit als gestalterische Einheit sorgsam geplant und gelte bis heute als gute Wohnanlage, so Schütze. Doch seien die Gebäude aus den 60er und 70er Jahren in die Jahre gekommen und wiesen Schwachstellen auf. "Diese Häuser entsprechen häufig nicht mehr den energetischen Standards", ergänzt Herpertz. Die Folge seien hohe Kosten. Wohnkomfort, Behaglichkeit und der Wert der Wohnhäuser könnten gesteigert werden. Allerdings ist gerade auf dem Heiderhof die Flexibilität hinsichtlich der Wahl der Heizungsanlage begrenzt, wird doch fast der gesamte Stadtteil mit Fernwärme versorgt. Das wiederum ermögliche interessante Lösungen bei der Warmwasserbereitung. Dennoch bleibt für die Energieberater genug zu tun, in Form von Wänden, Dächern, Kellern und Fenstern.

So funktioniert es

Heiderhofer Eigentümer von Gebäuden bis Baujahr 1995 mit höchstens sechs Wohneinheiten können sich ab sofort für die vergünstigte Energieberatung für 20 Euro durch unabhängige Architekten und Ingenieure anmelden. Die Stadt Bonn unterstützt die Aktion. Interessenten melden sich bis zum 18. Oktober bei der Bonner Energie-Agentur unter Telefon 0228/77 50 60, um einen Termin zu vereinbaren.