Bad Godesberger Nacht der Galerien: Die Inspiration liegt auf der Straße

Bad Godesberger Nacht der Galerien : Die Inspiration liegt auf der Straße

Ein leichter Farbgeruch liegt am Freitagabend in der Luft der Paul-Kemp-Straße 7. Kein Wunder, wurden die riesigen Gemälde von Künstlerin Sabrina Haunsperg, kaum fertig gestellt, in der Galerie Judith Andreae aufgehängt.

Schon vor der offiziellen Eröffnung am kommenden Sonntag (12 bis 18 Uhr) konnten die Besucher der dritten Bad Godesberger Nacht der Galerien Eindrücke von ihren Werken gewinnen. Insgesamt zehn Galerien öffneten bis Mitternacht ihre Pforten.

Die Galerie Andreae ist seit dem ersten Jahr dabei. "Man sieht teilweise ganz neue Gesichter. Ich glaube schon, dass das den Bekanntheitsgrad steigert", sagt Dana Hieb, Assistentin in der Galerie. Im abgedunkelten Keller zieren Werke von Regine Schumann die Wände. Schwarzlicht gibt ihren Acrylglas Skulpturen eine neue Farbgebung. Schumann stelle auch in New York aus, erzählt Galeristin Andreae zwei älteren Damen.

Die Idee der Galerienacht scheint gut bei den Besuchern anzukommen. "Es ist erstaunlich, wie viele Galerien sich hier auf engstem Raum befinden. Jahrelang fährt man da vorbei und nie hat man das gewusst", erzählt Hannes Elter. Man lobt den Shuttle-Service und eine Neuerung zum Vorjahr: Vier Restaurants bieten den Kunstbegeisterten kleine Stärkungen an.

Nur ein paar Meter weiter steht Künstlerin Bettina Hachmann vor der Galerie DUO Bilder & Rahmen in der Beethovenallee 5 und zeigt einer Besucherin eines ihrer Bilder bei Tageslicht. In ihren Gemälden, die sie teilweise aufschlitzt und wieder vernäht, stehe die "Schönheit der Verwitterung" und die "gelebte Fläche" im Vordergrund. Eine Kundin läuft aufgeregt Galerist Bernd Bentler hinterher, bis er einen grünen Punkt auf das Gemälde ihrer Wahl geklebt hat. Die Nacht sei eine "tolle Bereicherung für Godesberg", sagt Bentler. "Das ist jedes Mal wie eine Völkerwanderung." Godesberg könne sich als "Stadtteil, der lebt" präsentieren.

In der Dürenstraße 1 bietet Ingo Fischer Kunst und Design in gleich drei Ausstellungen, verteilt auf drei Stockwerke, unter dem Motto "Now is here" an. Darunter sind Werke mit Graffity-Anteil von Thomas Bauer, Naturfotografie kombiniert mit buntem Plexiglas von Susanna Neunast, und abstrakte Fotocollagen von Jaya Suberg. Mit der Galerienacht "erreichen wir Menschen, die wir sonst nicht erreichen können", erzählt Fischer, nachdem er eine Designerkerze verkauft hat, in der Stumpf und Tropfenfang aus einem Guss sind. Die Nacht "holt die Leute aus ihren Löchern raus", erklärt er.

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