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Bahnhof Bad Godesberg: Bahn will deutlicher auf Bauarbeiten hinweisen

Bahnhof Bad Godesberg : Bahn will deutlicher auf Bauarbeiten hinweisen

Wegen des Bahnstreiks war es am Donnerstag ruhig im Bad Godesberger Bahnhof. Ein Ärgernis bleibt jedoch, auch wenn die Züge wieder fahren: Die provisorische Treppenanlage stellt für Menschen mit körperlichen Einschränkungen ein unüberwindliches Hindernis dar.

Damit Bahnreisende nicht buchstäblich in die Falle tappen, wie eine Kundin dem GA berichtete, will die Deutsche Bahn im Internet auf www.bahn.de deutlicher auf die Bauarbeiten und die damit verbundenen Einschränkungen hinweisen. Wann genau dieser Hinweis geschaltet wird, steht laut einer Bahnsprecherin noch nicht fest. Geprüft wird weiterhin die GA-Nachfrage, ob während der Zeit der Bauarbeiten die Stadtbahnen der Linie 16/63 mit Fernverkehrstickets genutzt werden können. Das würde, allerdings mit Umsteigen, einen barrierefreien Anschluss Bad Godesbergs an den Hauptbahnhof ermöglichen.

Der Bürger Bund Bonn (BBB) schlägt vor, vom Von-Groote-Platz und vom Ria-Maternus-Platz ebenerdige Zugänge über die Gleise zu den Mittelbahnsteigen zu schaffen. "In den Zeitabschnitten, in denen die Ausweichgleise 3 und 4 nicht gebraucht werden, könnten diese an bestimmten Stellen, die vorher baulich ertüchtigt wurden, zur Querung freigegeben werden", sagt Marcel Schmitt (BBB). Die derzeitige Situation "mit teils wackeligen Gerüsttreppen" sei "in hohem Maße kundenunfreundlich und als Dauerprovisorium bis nach 2016 eine echte Zumutung".

Die BBB-Bezirksfraktion hat deshalb für die Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg am 10. Juni eine Initiative eingebracht, die den anderen Fraktionen vorschlägt, den Oberbürgermeister zu beauftragen, mit der Bahn entsprechende Verhandlungen für zwei weitere provisorische Zugänge zu den Inselbahnsteigen des Bad Godesberger Bahnhofs zu führen.

Mit demselben Vorschlag für weitere Zugänge ist der BBB bereits in der gemeinsamen Sitzung der Verkehrsausschüsse der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises am 23. April gescheitert. Die Deutsche Bahn bestätigte, dass Reiner Latsch, Konzernbevollmächtigter für das Land NRW, den Weg über die Gleise in der Sitzung ausgeschlossen habe. Als Zugang zu den Bahnsteigen bleibt aus Sicht der DB nur der Weg über die provisorische Treppenanlage. Wie berichtet, müssen Fahrgäste hier insgesamt rund 120 Stufen überwinden.