Telekom Baskets Bonn: Play-off-Viertelfinale: Erfahrung gegen Athletik

Telekom Baskets Bonn : Play-off-Viertelfinale: Erfahrung gegen Athletik

Es steht an zur Entscheidung: Die Play-off-Viertelfinalserie um die deutsche Meisterschaft zwischen den EWE Baskets Oldenburg und den Telekom Baskets Bonn (heute, 20.30 Uhr, große EWE-Arena). Bleibt die Serie ihrem Charakter treu, wird auch Spiel fünf nichts für schwache Nerven.

Da ist sich auch Thorsten Leibenath sicher. "Die gesamten Play-offs sind dieses Jahr unglaublich spannend", sagt der Trainer von Ratiopharm Ulm, der gegen Alba Berlin mit 1:3 im Viertelfinale ausgeschieden ist. "Aber Oldenburg gegen Bonn ist noch deutlich knapper als die anderen Paarungen. Als die Anfrage kam, ob ich etwas dazu sagen kann, habe ich ernsthaft lange überlegt, auf wen ich tippen soll - ich weiß es immer noch nicht."

Aber der Experte hat natürlich abgewägt, wo die Vorteile für welches Team liegen. "Vor den Play-offs hätte ich sicher auf Oldenburg getippt", sagt der BBL-Trainer des Jahres 2011/12. "Denn ich habe bei Oldenburg zwei entscheidende Vorteile gesehen: Rickey Paulding und Julius Jenkins. Aber die Bonner haben die beiden sehr gut in den Griff bekommen - das ist uns letztes Jahr in den Play-offs nicht gelungen."

Eine Zahl macht deutlich, wie gut die Mannschaft von Trainer Mathias Fischer die Scharfschützen verteidigt: Die Oldenburger Trefferquote aus der Distanz ist auf 23,8 Prozent gesunken, in keinem der vier Spiele versenkten Paulding und Co. bislang mehr als vier Distanzwürfe. In der Hauptrunde lagen die Donnervögel bei 39,3 Prozent. Von durchschnittlichen 81,6 Hauptrunden-Punkten sind nur noch 64, 0 übrig, wenn man die jeweils 40 Minuten ohne Verlängerung zu Grunde legt.

Auch wenn die Frage bliebe, ob man die beiden in fünf Spielen unter Normalform halten könne, gibt Leibenath zu bedenken: "Wenn man sich mal in die beiden reinversetzt, muss doch da auch ein gewaltiges Stück Verunsicherung sein. So kennen Paulding und Jenkins das doch nicht."

Ein großes Lob zollt der 39-Jährige daher denjenigen, die dafür in großem Maße verantwortlich sind: "Auch wir haben schon die Erfahrung gemacht, dass David McCray und Andrej Mangold ungeheuer lästig sein können. Aber im Ernst: Es ist die große Stärke der Bonner, dass sie die komplett unterschiedlichen Rollen, jeder für sich, mit großer Begeisterung ausfüllen - ohne Rücksicht auf die eigene Statistik." Ein weiterer Pluspunkt für die Bonner Baskets sei "deutlich mehr Athletik auf den großen Positionen. Ich glaube, das ist die Frage: Entscheidet die größere Erfahrung von Jenkins, Paulding und Adam Chubb oder die bessere Athletik von Jamel McLean, Tony Gaffney und Ryan Brooks?"

Und das sind genau die Herren, die für eine andere aussagekräftige Zahl verantwortlich sind: 41,8 Rebounds sammeln die Baskets pro Spiel der Serie und haben dieses Duell in jeder Partie für sich entschieden - dabei hatten sie während der regulären Saison mit durchschnittlich 32,5 "Boards" zu den schwächeren Teams bei der Arbeit am Brett gehört. Die Baskets haben in den Play-offs einen Gang höher geschaltet.

Sport1 überträgt im TV zunächst die Partie Ludwigsburg - Bayern München (ab 19.30 Uhr) und danach das Spiel der Baskets in Oldenburg (Beginn 20.30 Uhr), streamt aber das komplette Bonner Spiel im Internet. Während der zeitlichen Überschneidung soll es eine Konferenzschaltung geben. Radio Bonn/Rhein-Sieg überträgt ab 20.30 Uhr in voller Länge live, Vorberichte sind ab 19 Uhr zu hören.

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