Telekom Baskets Bonn: Optimismus vor dem entscheidenden Viertelfinalspiel

Telekom Baskets Bonn : Optimismus vor dem entscheidenden Viertelfinalspiel

"Do or die" sagt der Amerikaner martialisch, wenn es im Sport ums Ganze geht. Ins Deutsche übersetzt: Mach es oder stirb. Sterben wollen die Telekom Baskets Bonn am Mittwoch (20 Uhr, EWE-Arena) im entscheidenden fünften Spiel der Viertelfinalserie bei den EWE Baskets Oldenburg nicht.

Sie wollen vielmehr im Kampf um die deutsche Basketball-Meisterschaft weiterleben und ins Halbfinale einziehen. "Meine Spieler sind bereit für das große Ziel", erklärte Trainer Mathias Fischer und sieht seine Mannschaft psychologisch im Vorteil: "Der Druck lastet auf Oldenburg."

Wer am Sonntag nach 45 höchst intensiven Minuten in die Gesichter der Oldenburger blickte, wird Fischer recht geben. Der 72:71-Sieg in der Verlängerung, den David McCray mit dem letzten Korb sicherstellte, und der anschließende Fehlwurf von Chris Kramer rissen den favorisierten Vizemeister jäh aus seinem Traum, den Halbfinaleinzug in Bonn perfekt machen zu können.

Noch am Montag freute sich Baskets-Coach Fischer über diese entscheidenden Sekunden. "In der letzten Sequenz wussten wir, dass die Verteidigung sich auf Jamel McLean konzentrieren würde, so dass David McCray genügend Platz hatte, um das Brett zu attackieren", sagte er.

Nur in der Anfangsphase des Spiels hatten sich die Bonner vom Gegner überraschen lassen, als der sich vor allem über seine großen Spieler Vorteile verschaffte. Fischer: "Da hatten sie sich etwas Neues einfallen lassen. Als wir aber die Verteidigung entsprechend umstellten, haben wir das in den Griff bekommen."

Große Überraschungen wird es am Mittwoch vermutlich nicht geben. Beide Mannschaften kennen sich einfach zu gut, nachdem sie in ähnlicher Aufstellung schon im Viertelfinale der vergangenen Saison aufeinandergetroffen waren. Auch da war es ins fünfte Spiel gegangen - mit dem besseren Ende für Oldenburg.

Diesmal will Bonn den Spieß umdrehen. "Wichtig ist, dass wir dem Spiel wie bisher unseren defensiven Stempel aufdrücken. Wenn wir Oldenburg in einen offensiven Rhythmus kommen lassen, sind wir klar im Nachteil", blickte Fischer voraus.

"Unsere Verteidigung ist schon ein Phänomen", sagte Tony Gaffney mit einer guten Portion Stolz in der Stimme. "Nach 27 Punkten im ersten Viertel haben wir nur noch 44 zugelassen." An dieser Bilanz war der Amerikaner maßgeblich beteiligt. Der 29-Jährige zerreißt sich geradezu und ruft in den Play-offs seine beste Leistung ab. Am Mittwoch erwartet Gaffney erneut einen bedingungslosen Kampf über die volle Spielzeit: "Dieses Spiel wird nicht nach 30 Minuten entschieden sein."

Ein sichtbares Zeichen dafür, wie hart es bisher in der Serie zuging, trägt Benas Veikalas über dem rechten Auge. Dort zog er sich bei einem Zusammenprall mit Chris Kramer eine Platzwunde zu, die genäht werden musste. Ärgerlich war, dass Kramer dafür nicht bestraft wurde. Denn der Amerikaner gab dem Bonner eine Kopfnuss, verletzte dabei auch sich selbst und spielte später mit Turban weiter.

"Benas wird ohne Beeinträchtigung spielen können", erklärte Fischer. Gleiches gilt für Gaffney, der in der Schlussphase erneut umgeknickt war, aber gleich Entwarnung gab: "Nichts Ernstes." Die Gefahr, dass die vier Spiele und zwei Verlängerungen innerhalb von neun Tagen vielleicht zu viel Kraft gekostet haben, sieht Fischer für sein Team nicht.

Dieses Problem sieht er, wenn überhaupt, eher auf die Oldenburger zukommen. Fischer: "Wir haben sie bisher zu einem Spielstil gezwungen, den sie nicht gewohnt sind." Jetzt kommt es nur noch darauf an, dass Benas Veikalas sein Glücksschwein mit auf die Reise an die Hunte nimmt. "Das hatte ich vor dem dritten Spiel vergessen", verriet der Litauer.

Das entscheidende fünfte Viertelfinalspiel zwischen Oldenburg und Bonn zeigt Sport1 am Mittwoch ab 19.45 Uhr live.