Telekom Baskets gegen Oldenburg: Mannschaft will zum 1:1 in der Serie ausgleichen

Telekom Baskets gegen Oldenburg : Mannschaft will zum 1:1 in der Serie ausgleichen

Gesichter sprechen Bände, sagt man. Wer am Samstag nach dem Spiel der Telekom Baskets Bonn bei den EWE Baskets Oldenburg die Bonner Profis beobachtete, wird das bestätigen. In ihren Mienen war nicht nur tiefe Enttäuschung, sondern auch große Verärgerung zu lesen - über sich selbst.

Denn ihnen war bewusst, dass sie eine große Chance vertan hatten, im Viertelfinale um die deutsche Basketball-Meisterschaft in der Serie "best of five" mit 1:0 in Führung zu gehen. Ihnen war es nicht gelungen, einen über weite Strecken zweistelligen Vorsprung ins Ziel zu retten. Stattdessen verloren sie mit 63:69, liegen nun selbst in Rückstand und stehen mächtig unter Druck.

Denn eine weitere Niederlage im Heimspiel heute (19.30 Uhr, Telekom Dome, live in Radio Bonn/Rhein-Sieg) würde bedeuten, schon am Donnerstag in der dritten Partie an der Hunte (18.05 Uhr, EWE Arena) vor dem Aus zu stehen. "Mit dem Gedanken beschäftigen wir uns gar nicht. Wir sind fest entschlossen, in der Serie auszugleichen", sagte Fischer. Wenn das gelingt, wäre alles wieder auf Anfang gesetzt und hätten die Baskets ein zweites Heimspiel erzwungen, das dann am Sonntag um 17 Uhr stattfinden würde.

Fischer schöpft seinen Optimismus aus den rund 30 guten bis sehr guten Minuten seiner Mannschaft in Spiel eins. "Es gibt vieles, was wir richtig gemacht haben. Das sollte uns Selbstvertrauen geben, und daran müssen wir anknüpfen", erklärte der Bonner Trainer. In der Video-Analyse führte er seinen Schützlingen diese guten Momente noch einmal vor.

Den größeren Teil der Aufarbeitung machten aber die Schlussminuten aus, als die Bonner spielerisch völlig den Faden verloren, sehr viele Ballverluste erlitten und auch nicht mehr in der Lage waren, die Schnellangriffe des Gegners zu verhindern.

Fischer: "Man kann den Ball verlieren, aber dann muss man in der Verteidigung schnell handeln und notfalls foulen. Das haben wir nicht gemacht." Um aber erst gar nicht den Ball zu verlieren, müssten seine Spieler auch unter Druck ihre Angriffssysteme konsequent durchziehen. In Oldenburg wurde es am Ende auch versäumt, Blöcke für die Mitspieler zu stellen, um ihnen Freiräume zu verschaffen. "Auch das müssen wir besser machen", sagte der Bonner Coach.

Beim gestrigen Training absolvierte Tony Gaffney nur ein leichtes Laufprogramm. Der Amerikaner war in Oldenburg umgeknickt und konnte in der entscheidenden Phase nicht mehr mitwirken. Fischer ist aber optimistisch, dass Gaffney spielen kann: "Es sieht gut aus. Ein Härtetest wird zeigen, wie belastbar er ist."

Zum Ausgleich in der Serie beitragen sollen die Bonner Fans. Sie sollen helfen, dass aus der Enttäuschung und Verärgerung bei ihrer Mannschaft eine Trotzreaktion erwächst, damit die Gesichter der Spieler heute nach 40 Minuten ein andere Sprache sprechen - die von neuer Zuversicht.

Baskets helfen Stafford

Die Telekom Baskets führen heute beim Spiel gegen Oldenburg auf Bitte ihres ehemaligen Centers Chris Ensminger eine Hilfsaktion für die Familie von Rick Stafford durch.

Stafford war langjähriger Bundesliga-Spieler (Hagen, Gießen, Bamberg, Ludwigsburg) und ist Vater von fünf Kindern. Staffords 15-jähriger Sohn Ricky ist an akuter lymphatischer Leukämie erkrankt. Ensminger, derzeit Coach des Pro-A-Ligisten Rockets Gotha, versteigert ein Trainer-Trikot von ihm im Rockets-Design.