1. FC Köln: So machen sich die Nachwuchsspieler beim Bundesligisten

Fußball-Bundesliga : Auf diesen Nachwuchsspielern ruht die Hoffnung des 1. FC Köln

FC-Trainer Markus Gisdol hat sechs Nachwuchsspieler mit ins Trainingslager nach Benidorm genommen. Ein kurzer Blick auf die Hoffnungsträger der Kölner.

„Die Tür ist auf und sie wird auch aufbleiben.“ Wenn Horst Heldt nach dem Umgang mit Spielern aus dem eigenen Nachwuchs gefragt wird, macht der Geschäftsführer des 1. FC Köln schnell deutlich, dass die Durchlässigkeit in den Profibereich „ein ganz wichtiges Thema“ für den Fußball-Bundesliga ist - und auch bleiben wird: „Wir müssen es nur mit Sinn und Vernunft machen.“

FC-Trainer Markus Gisdol hat jedenfalls sechs Nachwuchsspieler mit ins Trainingslager nach Benidorm genommen. Neben den Hinrunden-Debütanten Noah Katterbach, Ismail Jakobs und Jan Thielmann auch Leon Schneider, Sava Cestic und Tim Lemperle. „Die Jungs sind ganz schön fix unterwegs und gut ausgebildet. Ich finde es bemerkenswert, wie sie es machen“, lobte FC-Abwehrchef Rafael Czichos (29) die Abteilung „Jugend forscht“. Am trainingsfreien Mittwoch bat der FC seinen Nachwuchs zum „Speed-Dating“ mit den Journalisten.

Sava Cestic (18/U19-Spieler): Der 1,92 Meter große Innenverteidiger kam nach drei Jahren beim FC Schalke im Sommer 2019 nach Köln. Normal ist eigentlich der umgekehrte Weg. „Ich hatte das Bauchgefühl, etwas Neues machen zu müssen. Es war die richtige Entscheidung. Beim FC ist es familiärer und wärmer“, erklärte der siebenfache serbische Jugend-Nationalspieler. Für den gebürtigen Offenbacher, der als Fan von Real Madrid Sergio Ramos zum Vorbild hat, ist die Reise nach Spanien das nächste Kapitel der Geschichte „Träume die in Erfüllung gehen“. „Ich habe hier schon so viel gelernt. Es ist ein Privileg, dabei zu sein“, sagte der Zimmernachbar von Jan Thielmann im Sportinternat.

Leon Schneider (19/U21 des FC): Der Eisenhüttenstädter ist wie Cestic gelernter Innenverteidiger, aber auch im defensiven Mittelfeld einsetzbar. Schneider kam im Sommer von Energie Cottbus und sammelte in 14 Spielen Drittliga-Erfahrung. Nach dem Cottbuser Abstieg sucht er in Köln neue Perspektiven: „Ich freue mich sehr, in Benidorm dabei zu sein und habe schnell gemerkt, wie viel ich von hier mitnehmen kann.“ Schneider rutschte kurzfristig und „überraschend“ mit in das Aufgebot für das Trainingslager. „Manchmal ist die Auswahl auch positionsbezogen“, erklärte Horst Heldt. Schneider, der erst kürzlich aus einer längeren Verletzungspause zurückgekommen ist, will die Chance ergreifen: „Bei Jan hat man gesehen, wie schnell es gehen kann. Jeder hofft darauf.“

Tim Lemperle (17/U19): Der Rechtsaußen verpasste im Sommer die Meisterschaft mit der U17, weil er auf Anraten von U19-Coach Stefan Ruthenbeck nach der Hinrunde vorzeitig in den älteren Jahrgang wechselte. „Es ging darum, neue Reize zu setzen und das technische Niveau in der U19 ist noch ein Stück höher.“ Im Testspiel gegen Chaleroi (1:2) erzielte der Schüler sein erstes Tor für die Profis, als er den Ball im Nachschuss konsequent und technisch anspruchsvoll ins lange Eck setzte. „Wenn die Chance da ist, will ich sie auch nutzen.“ Lemperle erlebte gegen die Belgier zudem, wie robust es im Männerfußball zur Sache gehen kann: „Ich muss noch lernen meinen Körper schlauer einzusetzen.“

Jan Thielmann (17/U19): Aus dem Nichts zu drei Startelfeinsätzen in der Bundesliga: „Hätte mir das jemand vor der Saison gesagt, hätte ich es ihm nicht geglaubt. Es kam schon sehr überraschend“, sagte der angehende Abiturient. Ob es an der Nervosität oder am hohen Druck lag, jedenfalls konnte der Trierer gegen Leverkusen, Frankfurt und Bremen trotz solide Auftritte noch nicht sein ganzes Potenzial zeigen: „Bei der U19 spiele ich freier und selbstbewusster, weil es gegen Gleichaltrige geht. Wenn der Druck bei den Profis für mich weniger wird, dann geht es auch dort noch besser.“

Ismail Jakobs (20): Neben Katterbach mit sechs Bundesliga-Einsätzen und drei Trainingslagern schon fast ein „alter Hase“. Gisdol versetzte den gebürtigen Kölner von links hinten nach links vorne. Das führte zu Jakobs erstem Bundesligator beim 4:2 in Frankfurt, dass er ausgelassen und medienwirksam feierte: „Ich fühle mich zwar als Linksverteidiger noch wohler, aber vorne kann man Tore schießen. Das ist das Schöne. ich hoffe, ich kann den Jubel öfter zeigen – allerdings ohne das Trikot auszuziehen.“