Ruhe für Insekten und Nahrung: Neue Bienenwiese am Burgweiher in Swisttal

Ruhe für Insekten und Nahrung : Neue Bienenwiese am Burgweiher in Swisttal

Der Heimat- und Verschönerungsverein legt in Buschhoven eine Bienenwiese für Insekten an. Damit auch Mitglieder sich gegen das Insektensterben einsetzen, verteilt der Verein Samenmischungen.

Es summt und brummt nicht mehr so wie früher. Das Thema Insektensterben ist überall präsent, unter anderem finden die Tiere nicht mehr genug Nahrung. Auch der Heimat- und Verschönerungsverein (HVV) hat sich damit befasst. Er möchte jetzt am Burgweiher eine Bienenwiese anlegen und motiviert mit kostenlosen Blumensamen auch seine Mitglieder, im heimischen Garten gegen das Bienensterben aktiv zu werden.

Die Idee hatte Monika Wolf-Umhauer, Schriftführerin des Heimatvereins. Sie war in verschiedenen Medien auf das Thema aufmerksam geworden. Vor allem die oftmals mit Steinen und Unkrautsperren gestalteten Vorgärten seien dort diskutiert worden. Wolf-Umhauer hatte sich daraufhin die Umgebung des vom Verein betreuten Weihers kritisch angesehen. „Wir haben dort alles ganz pflegeleicht angelegt“, stellte sie fest. Vor allem dauergrüne Gewächse und Rasen gibt es hier. „Aber viel Dauergrün heißt auch wenig Blüten“, so Wolf-Umhauer. Das war bisher auch sinnvoll, denn die Flächen rund um das Gewässer in Buschhoven halten ehrenamtliche Helfer sauber.

Blühwiese für die Insekten

Nun soll aber eine Blühfläche kommen. Eine der vorderen Rasenflächen nahe des Weihers wären naheliegend, doch der Verein entschied sich dagegen. Zum einen gibt es immer noch Verunreinigungen durch Hundekot, zum anderen nutzen die Buschhovener die Wiesen, wenn sie sauber sind, zum Picknicken. Der Verein bepflanzt stattdessen ein angrenzendes Gelände, das der Landwirt Peter Köllen zur Verfügung stellt. Es liegt direkt am Weiher, etwas rechts, wenn man an der Kirche Sankt Katharina steht. Die Blühwiese ist damit einsehbar, aber durch einen Zaun abgetrennt. „Dort haben die Insekten ihre Ruhe“, erklärt dazu HVV-Weiherwartin Nicole Heyart.

Dass sie und ihr Team damit keine leichte Aufgabe angehen, weiß sie. „Es wird auf jeden Fall mehr Arbeit sein als sonst im Frühjahr.“ Sie müssen das Gelände nicht nur von eventuellen Müllstücke befreien, sondern auch alles mit Spaten und Grabgabel umgraben.

Dann folge im April die erste Aussaat, eine zweite im Mai. „Damit es auch zweimal Blüten gibt“, erklärt Wolf-Umhauer. Spätestens bei dieser zweiten Runde hat der Heimatverein aber Hilfe. Die Kinder des Tischtennisvereins sollen mit in die Aktion eingebunden werden. Außerdem wollen Heyart und ihre Mitstreiter Informationstafeln und ein Insektenhotel aufstellen. Auch wenn die Bienenwiese dann möglichst ungestört bleibt, kann sie nicht ganz sich selbst überlassen werden. „Wir wollen die Wiese schon pflegen“, sagt Heyart, beispielsweise in trockenen Phasen bewässern. Dann können sich die Buschhovener bis in den Oktober hinein an der Blütenpracht erfreuen. Die Saatgutmischung bekam der HVV vom Naturschutzbund. „Man sollte nicht irgendeine Mischung nehmen“, so Heyart.

Die Anpassung an die Bodenbeschaffenheit sei beispielsweise wichtig. Auf der Blühwiese werden ausgewählte heimische Pflanzen wie Kornblume und Barbarakraut gepflanzt, die rund um den Weiher wachsen sollen. Sie bieten Nahrung für Bienen und Schmetterlinge, Untergräser dienen als Futterpflanzen für Schmetterlingsraupen. Schön wäre es, wenn überall im Dorf solche Inseln für Insekten entstehen würden. Daher verteilte der HVV bei seiner Mitgliederversammlung kleine Tütchen mit der Saatmischung für jeweils einen Quadratmeter Blühfläche an alle Anwesenden. „Nur gemeinsam werden wir erfolgreich sein, das Insektensterben aufzuhalten“, sagte Frank Wendorf, Vorsitzender des HVV. Rund 100 Mischungen hatte der Verein besorgt, davon sind noch einige übrig. Die bekommen die Freiwilligen, die am Samstag, 6. April, ab 10 Uhr bei der Dorfreinigung und der Weiherpflege helfen.

Mehr von GA BONN