Baugebiet an der Parkstraße: 120 Wohnungen sollen in Heimerzheim entstehen

Baugebiet an der Parkstraße : 120 Wohnungen sollen in Heimerzheim entstehen

Für das Projekt "Am Burggraben" hat das Planungsbüro nun einen Vorentwurf eingereicht. Doch der Planungsausschuss der Gemeinde bemängelt zu wenig Freifläche und fordert Änderungen.

Bis zu 120 neue Wohneinheiten sollen im künftigen Baugebiet „Am Burggraben“ in Heimerzheim entstehen. Dieses insgesamt 2,9 Hektar große Plangebiet Hz39 schließt südlich an die Bebauung „Burglindchen“ an und liegt zwischen Parkstraße und Birkenallee bis an den südlich verlaufenden Drainagegraben. Die Fläche wird zurzeit landwirtschaftlich genutzt.

Einzelheiten des Vorentwurfs hat Dirk Tacke für das vom Projektentwickler beauftragte Planungsbüro Hempel + Tacke aus Bielefeld in der jüngsten Sitzung des Planungs- und Verkehrsausschusses vorgestellt. Demnach ist eine „aufgelockerte Einzel- und Doppelhausbebauung“ vorgesehen. Im Norden zwischen Birkenallee und Parkstraße sind Mehrfamilienhäuser geplant. Im Süden zur freien Landschaft hin sind angedacht: gestaffelte Einzel- und Doppelhäuser mit maximal zwei Vollgeschossen und maximal zwei Wohneinheiten je Einzelhaus beziehungsweise einer Wohneinheit je Doppelhaushälfte. Trauf- und Firsthöhen sollen begrenzt werden.

Im östlichen Teil an der Parkstraße ist eine Fläche für eine dreigruppige Kita vorgesehen. Dieser Standort sei laut Tacke bewusst am äußeren Rand des Wohngebiets gewählt worden, damit der Autoverkehr von Eltern, die ihr Kind zur Kita brächten, nicht durch die Wohnbereiche führe. Die Haupterschließung ins Baugebiet soll über die Parkstraße erfolgen, eine Anbindung an die Birkenallee soll „untergeordnet“ sein. Auch ein Fuß- und Radweg soll die Verbindung zum benachbarten Wohngebiet „Burglindchen“ schaffen. Als wichtige Punkte im weiteren Verfahren nannte der Planer Entwässerung, Schallschutzgutachten und Artenschutzprüfung.

Sehr kritisch merkte etwa Jürgen Pump (CDU) die Parkplatzsituation an ebenso wie die Entwässerung und die Positionierung der Mehrfamilienhäuser. Monika Goldammer (FDP) und Sven Kraatz (Grüne) waren übereinstimmend der Ansicht, dass der Vorentwurf eine maximale Ausnutzung der Fläche für Wohnungen widerspiegele. „Wir brauchen Mehrfamilienhäuser, aber dieser Entwurf überzeugt nicht“, sagte Goldammer. Die Mehrfamilienhäuser sollten nicht an den Rand des Gebiets, sondern mehr in die Mitte, um die bereits bestehenden Häuser nicht zu beschatten.

Kraatz erklärte auf GA-Anfrage, ihm sei wichtig, dass nicht nur Raum zum Wohnen, sondern zum Leben geschaffen werde. Das Gebiet brauche Freiflächen, auf denen die Nachbarn sich treffen könnten. Das sei in Swisttal in der Vergangenheit zu oft versäumt worden. Einen ähnlichen Vorschlag machte in der Sitzung Tobias Leuning (SPD): Auf seine Anregung hin will das Planungsbüro einen Mehrgenerationentreff als Aufenthaltsplatz berücksichtigen.

Als weiteren Knackpunkt nannte Kraatz die innerörtliche Verkehrssituation, die ganzheitlich betrachtet werden müsse: „Wir bauen hier an einem äußeren Ende von Heimerzheim, der Einzelhandel und die Märkte liegen aber genau am anderen Ende des Ortes.“ Die Bewohner würden kaum zu Fuß zum Einkaufen gehen, was wiederum den innerörtlichen Verkehr verstärken würde.

Als nächstes durchläuft der Vorentwurf nun die üblichen Schritte im Planverfahren wie die vorgezogene Offenlage und Beteiligung der Öffentlichkeit, Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange. Anschließend wird er wieder den Gremien vorgelegt.