Schule in Meckenheim: "Wir platzen aus allen Nähten"

Schule in Meckenheim : "Wir platzen aus allen Nähten"

Die Schülerstatistik in Meckenheim ist im Schulausschuss Grund zur Freude. Flüchtlingsproblematik spürbar

Erfreulich sei die aktuelle Schülerstatistik in Meckenheim, erklärte der Erste Beigeordnete Holger Jung in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Schule, Sport und Kultur: "Die Entwicklung spricht für die Qualität unserer Schulen." So sei die Zahl der Meckenheimer Schüler von 2206 im vorigen Schuljahr auf 2247 gestiegen. Bei den weiterführenden Schulen am Campus werden 46 Schüler mehr unterrichtet. Die Grundschulen konnten "die leichte Talfahrt" erfolgreich abbremsen und zählen insgesamt nur 5 Schüler weniger als zuvor. Auch seien am Campus mehr Schüler dazugekommen, als in den Grundschulen abgegangen seien und "ein positiver Wanderungsgewinn" zu verzeichnen.

Die steigenden Schülerzahlen auf der Geschwister-Scholl-Hauptschule (plus 14) schrieb Rektor Peter Hauck nur in den Klassen 7, 8 und 9 dem Projekt "Meckenheimer Garantie für Ausbildung - MeGA" zu. Gut angelaufen sei der Unterricht auch am Teilstandort Altendorf, berichtete Corinna Stühm, die seit dem Weggang von Bärbel König die Katholische Grundschule kommissarisch leitet. In diesem Jahr sind die Schülerzahlen in Altendorf von 67 auf 58 gesunken, jedoch gebe es für das nächste Schuljahr 15 Neuanmeldungen und keine Anzeichen, dass dem jahrgangsübergreifenden Unterricht nicht vertraut werde.

Von der Katholischen Grundschule Merl berichtete Schulleiterin Gabriele Vitt, sie habe 56 Neuanmeldungen, die in nur zwei Eingangsklassen unterrichtet werden: "Die Klassenstärken sind hoch, die Räumlichkeiten beengt, wir platzen aus allen Nähten", sagte Vitt. Dass sich in ihrem Schulalltag auch die Flüchtlingsproblematik niederschlage, bestätigte die Schulleiterin der Gemeinschaftsgrundschule Merl, Marion Zappe.

"Wir haben ganz viele Nationen und kümmern uns sehr um diese Kinder", sagte sie. Deutsch lernten die Grundschulkinder in der Regel von alleine: "Ein normales Kind, egal wo es herkommt, will mit anderen spielen und sich verständigen." Zurzeit gebe es acht Kinder ohne Deutschkenntnisse, demnächst zwei weitere am Schulcampus, berichtete Hauck. Sie sollen in einer Förderklasse unterrichtet werden und am normalen Technik- und Sportunterricht teilnehmen. Landesmittel gebe es dafür nicht, es sei Personal beantragt: "Es muss etwas geschehen, um diesen oft traumatisierten Kindern eine Chance zu geben."

Insgesamt 74 Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf besuchen Meckenheimer Schulen, darunter 27 Kinder mit dem Schwerpunkt Sprache, 15 mit Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung, 14 mit Schwerpunkt Lernen, 9 mit Schwerpunkt Hören und Kommunikation, 3 mit Schwerpunkt Sehen und 6, deren körperliche und motorische Entwicklung gefördert werden muss. Schüler mit Lernförderungsbedarf werden an der Hauptschule in Inklusionsklassen unterrichtet, berichtete Hauck. Auch seien Schüler aus Meckenheim von der Schließung der Rheinbacher Förderschule betroffen, bestätigte der Erste Beigeordnete Jung. Im zweiten Halbjahr 2014 hatten 12 Meckenheimer Schüler die Rheinbacher Albert-Schweitzer-Schule besucht.

Mehr von GA BONN