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Meckenheimer Giermaarstraße: UWG will die Rose abbauen

Meckenheimer Giermaarstraße : UWG will die Rose abbauen

Umstritten war die Metallrose schon, als sie noch gar nicht im Kreisel an der Giermaarstraße steckte. Und zwar auch aus formalen Gründen.

Denn die damalige Bürgermeisterin Yvonne Kempen hatte ihre Idee eines Denkmals für die Rosenstadt im Jahr 2001 ohne Ratsbeschluss umgesetzt. Wohl auch deshalb, weil die Anschaffung die Stadt nichts kostete, denn der Landesbetrieb Straßenbau zahlte die Rechnung über 5000 Euro.

Für Verdruss bei den Meckenheimer Schlossern hatte schon im Vorfeld die Tatsache gesorgt, dass die Stadt einen Kollegen aus der benachbarten Grafschaft mit der Gestaltung der Rose beauftragte. Das hätten wir auch noch hingekriegt, hieß es damals in Meckenheimer Schlosser-Kreisen.

Als die 3,80 Meter hohe und sechs Zentner schwere Konstruktion dann montiert wurde, wandten sich die einen mit Grausen ab: Für sie hatte das Werk rein gar nichts mit Kunst oder einem Denkmal zu tun, es war für sie einfach ein metallenes Monstrum. Andere stimmten mit der Bürgermeisterin überein, die die Rose "individuell, beispiellos und sehr ansprechend" fand. Botaniker meinten, der Kelch erinnere eher an eine Tulpe als an eine Rose. Dieser Ansicht entgegneten andere, die Aufgabe der Kunst sei es eben nicht, die Welt naturgetreu abzubilden. Das Wesen der Kunst liege in der Verfremdung, in der Reduktion.

So lief die Diskussion über den künstlerischen Wert der Rose in Meckenheim gerade auf Hoch-touren, da suchten Unbekannte den Kreisel im Januar 2002 im Schutze der Dunkelheit heim und knickten einige der Metallblätter ab. Diese Aktion missbilligten auch die Rosenkritiker: So könne man sich nicht mit einem umstrittenen Kunstwerk auseinandersetzen.

Das ist jetzt mehr als ein Jahrzehnt her. Das einst leuchtende Rot der Kelchblätter ist verblasst, einige der Blätter am Stiel sind schon abgefallen. An der Metallrose auf dem Kreisel an der Giermaarstraße in Meckenheim nagt an einigen Stellen der Rost. Um das Ende 2001 auf Initiative der damaligen Bürgermeisterin Yvonne Kempen aufgestellte Kunstwerk wieder aufzuhübschen, müsste die Stadt Geld investieren.

Was eine Renovierung der Rose kosten würde, dazu konnte Stadtsprecherin Sabine Gummersbach gestern keine Angaben machen. Das habe man noch nicht ermittelt, sagte sie. Die Verwaltung werde sich auch nicht inhaltlich in die Diskussion um ein Für und Wider eines Abbaus der Rose einmischen.

Egal, wie hoch die Summe auch sei, das Geld könne die Stadt Meckenheim sich sparen, meint die UWG-Fraktion im Stadtrat und beantragt für die Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am Donnerstag, 4. Dezember, 18 Uhr, Im Ruhrfeld 16, die Metallkonstruktion abzubauen und an der Stelle einen Bogen mit echten Rosen zu errichten.

UWG-Ratsherr Hans-Erich Jonen begründet den Vorschlag bei einem Ortstermin am Kreisel zum einen mit den aktuell und zukünftig zu erwartenden finanziellen und personellen Belastungen für den städtischen Haushalt, wenn die Metallrose erhalten werden würde. Zum anderen vertritt die UWG die Auffassung, dass dem als "Rosenkreisel" bezeichneten Platz durch lebende Rosen mit ihren jahreszeitlich unterschiedlichen Erscheinungsformen eine Gestaltung verliehen werden könnte, die der Baumschul- und Rosenstadt Meckenheim würdig wäre. Ein renommierter Fachbetrieb für Rosenkulturen aus der Stadt habe bereits die Errichtung und gärtnerische Pflege des Rosenbogens "auf eigene Kosten" zugesagt. Jonen betont, er sehe das Thema rein sachlich, ohne Emotionen: "Die Metallrose ist für mich kein Monument."

Joachim Kühlwetter sagte gestern für die CDU-Fraktion: "Wir sehen hier keine Notwendigkeit, den Kreisel umzugestalten. Wir arbeiten gemeinsam mit der Verwaltung an wichtigen Zukunftsprojekten, um die Stadt voranzubringen. Themen wie Kinderbetreuung und Stadtentwicklung haben für uns Priorität und keine Phantomdiskussionen."

Reinhard Diefenbach (BfM) äußerte sich ähnlich: "Wir haben in der Stadt wichtigere Probleme zu lösen, als uns um den Abbau der Rose zu kümmern." Laut Heribert Brauckmann will die FDP-Fraktion die Rose erhalten, weil sie "eine Landmarke von überlokaler Bedeutung" geworden ist.

Die Meckenheimer SPD würde laut Ratsherr Rolf Engelhardt einem Abbau nur zustimmen, wenn dies aus Verkehrssicherungsgründen erforderlich wäre. Ansonsten könne sie an der Stelle bleiben. Hendrik Alscher (Grüne) hält nichts davon, das Thema jetzt auf die Tagesordnung zu bringen. "Die Rose stört doch niemanden", sagt er. Auch wenn sie roste, sei das nicht schlimm.