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Bienen-App: Landwirtschaftsminister startet in Meckenheim bundesweite Aktion

Bienen-App : Landwirtschaftsminister startet in Meckenheim bundesweite Aktion

Seine beiden Töchter seien es gewesen, die Minister Christian Schmidt (CSU), seit zwei Monaten Chef im Ressort für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), auf die Idee gebracht haben.

Daheim in Mittelfranken sei das Bienensterben Tischgespräch gewesen. Doch fernab der Bekämpfung der parasitären Varroamilbe, dem schlimmsten Feind der Bienen, kann jeder etwas für den Schutz der Bienen tun, findet Schmidt. Auf dem Hof des Meckenheimer Garten-Centers Sängerhof trommelte er emsig für die bundesweite Initiative "Bienen füttern", die am Dienstag startete.

Nach Rind und Schwein sei die Biene das drittwichtigste Nutztier im ganzen Land, stellte der CSU-Politiker fest. Sein Appell: "Wir müssen uns darum kümmern, dass es den Bienen gut geht." Wie das geht, zeigte der Minister gleich selbst und zückte sein Handy. Nach ein paar Handgriffen präsentierte Schmidt stolz die neue Bienen-App seines Ministeriums.

Die Applikation zeigt zum Beispiel, wie den schwarz-gelben Nützlingen ein vielfältiges Blütenbuffet bereitet werden kann. "Jeder kann etwas tun, indem er bienenfreundliche Pflanzen in seinem Garten oder auf seinem Balkon anpflanzt", sagte der 56-Jährige. Die App zählt dazu 130 Pflanzen von A wie Adonisröschen bis Z wie Zwergmispel auf.

Kein Wunder, dass neben dem BMEL auch der Verband Deutscher Garten-Center (180 Betriebe), die Deutsche Gartenbau-Gesellschaft (6,5 Millionen Mitglieder) und der Deutsche Imkerbund (90.000 Mitglieder) mit von der Partie sind. Der Termin in Meckenheim sei, so der Bundeslandwirtschaftsminister, als Startschuss für den "Volkssport Bienen füttern" zu sehen.

Problematisch und lebensbedrohlich für die deutschlandweit 600.000 Bienenvölker sind nicht nur räuberisch lebende Milben. "Die Biene kollidiert mit anderen Prioritäten. Es ist meine Aufgabe als Minister, diese unterschiedlichen Prioritäten in Einklag zu bringen." Um das "Völkersterben zu stoppen", müsse es auch einen "rücksichtsvollen Einsatz von Pflanzenschutz geben. So würden derzeit technische Verfahren ausprobiert, bei denen Pestizide erst unterhalb der Blütenebene zum Einsatz kommen. "Wir testen das momentan beim Anbau von Raps, Mais und Kartoffeln."

Mit beeindruckenden Zahlen kann der Minister aufwarten, etwa um den sprichwörtlichen Bienenfleiß zu dokumentieren: Für ein Kilogramm Honig fliegt eine Biene insgesamt 250.000 Kilometer. Die Leistung, die die kleinen Hautflügler vollbringen, lässt sich laut Schmidt sogar volkswirtschaftlich taxieren: Zwei Milliarden Euro an Bestäubungsleistungen erwirtschaften Bienen zwischen Kiel und Garmisch-Patenkirchen.

Peter Botz, Chef des Verbands Deutscher Garten-Center, und Werner Ollig, Vorsitzender der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft von 1822, forderten unisono, dass mancher sein Bild von einem Garten überdenken möge. "Eine Wagenladung Kies und rechts wie links ein armseliges Buxbäumchen - das nennt man dann Garten?", fragte Ollig. Die steigende Zahl der Kleingärtner zeige, dass "im Moment der Garten absolut in ist". Peter Maske, Chef des Deutschen Imkerbundes, appellierte ebenfalls daran, dass Bienen Vielfältigkeit mögen.

Meckenheims Bürgermeister Bert Spilles freute sich, dass der Startschuss der bundesweiten Aktion in der Apfelstadt vonstatten ging. "Wir sind das drittgrößte Obstanbaugebiet in Deutschland. Es ist richtig, dass Sie es es hier machen", meinte Spilles und lud den Minister ein, bald zurückzukehren: "Kommen Sie im Herbst wieder und sehen Sie sich die schönen Äpfel an."

So funktioniert die Bienen-App

Mit der Bienen-App können sich alle Nutzer kostenlos über die Pflanzen erkundigen, die eine gute Nahrung für Bienen sind. Besonders bienenfreundlich, da mit Höchstpunktzahl bewertet, sind Apfel- und Kirschbäume, die Weide sowie die Phacelia, die auch als Bienenfreund bekannt ist, weil die duftenden, blauen Blüten gern von Bienen besucht werden. Außerdem erfahren Informationshungrige mithilfe der App jede Menge Hintergründe über Bienen, Hummeln und Co. Ferner gibt es auch ein Quiz.

Hier können Sie die Bienen-App herunterladen.