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Apfelblüte in Voreifel und Vorgebirge: Zitterpartie für Obstbauern

Apfelblüte in Voreifel und Vorgebirge : Zitterpartie für Obstbauern

Sie stehen schon in voller Blüte, die Apfelbäume in Voreifel und Vorgebirge. Doch was bedeutet die frühe Blüte für die Apfelbauern in der Region? Der GA hat nachgefragt.

"Wir erwarten eine bessere Ernte als letztes Jahr", sagt Kazim Bois (43) vom Demeterhof Bois in Meckenheim. Im vergangenen Jahr sei die Ernte sehr spät gewesen. Noch ist aber unklar, ob der Nachtfrost den Bauern nicht einen Strich durch die Rechnung macht. Vor zwei Jahren gab es einen kalten Frühling mit Minustemperaturen bis in den Mai hinein.

"Da waren in einer Anlage fast hundert Prozent der Ernte kaputt", so Bois. Abhängig sei das von der Lage. Bis zum 15. Mai sind die Temperaturen für Bois jedenfalls noch eine Zitterpartie. Wachsam beobachtet auch Heike Mager (56) vom Naturhof Wolfsberg in Alfter-Impekoven die Entwicklung.

"Wir schauen uns regelmäßig die Wettervorhersagen an und überprüfen Daten unserer eigenen Wetterstationen." Abends behalten die Magers kontinuierlich die Temperaturen im Blick und stellen sich auch schon mal den Wecker. So bestehe manchmal gegen 1 Uhr nachts Handlungsbedarf: Nähern sich die Temperaturen dann dem Gefrierpunkt, werfen die Magers ihre Frostschutzberegnungs-Anlage an.

Die Apfelbäume werden dann mit feinen Wassertröpfchen besprüht. Beim Gefrieren des Wassers entsteht Kristallisationswärme, die die Blüten vor dem Erfrieren schützt. Das Wasser kommt aus einem Wasserauffangbecken für Regenwasser. Dass es noch mal frostig wird, ist aber nicht gesagt. "In manchen Jahren haben wir auch schon einen Durchmarsch gehabt", sagt Mager.

Die Qualität der Ernte werde nicht allein durch den Zeitpunkt der Blüte bestimmt. "Ein größeres Problem wäre eine verregnete Blüte", sagt die Fachfrau. Denn dann könnten die Bienen die Blüten nicht anfliegen und befruchten.

Auch ein erneuter Kälteeinbruch im Frühjahr sei ungünstig, denn Bienen fliegen erst ab einer Temperatur von etwa 13 Grad, erklärt Mager. Hummeln bräuchten mindestens zehn Grad Wärme. Bislang bestehe aber kein Grund zum Pessimismus.