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Lindlars Politik ist "Schweizer Käse"

Lindlars Politik ist "Schweizer Käse"

Grüne lehnen Sonnenhof ab. Der Vorstoß der Bezirksregierung, die eine Konzentrationszone für den Abbau von hochreinem Quarzkies am Sonnenhof bei Rösberg einrichten will, werde genau das Gegenteil des angegebenen Ziels erreichen, warnt Michael Pacyna von der Fraktion der Bornheimer Grünen.

So habe Lindlar erklärt, mit dem Vorschlag verhindern zu wollen, dass der Raum Kottenforst-Ville zum "Schweizer Käse" mit zahlreichen Kiesabbaugruben wird. Das Gegenteil aber sei der Fall, meint auch Arnd Kuhn, Ratsmitglied aus Rösberg. Geologische Fachgutachten belegten, dass die Lagerstätte Sonnenhof inklusive Reserveflächen bereits nach weniger als zehn Jahren erschöpft wäre. Eine Konzentrationszone muss aber nach bisher geltender Gesetzeslage den Bedarf für 50 Jahre und nach dem Wunsch der Landesregierung wenigstens für 30 Jahre abdecken. Bei einem Abbau von 280 000 Tonnen Quarzkies pro Jahr sei die Rösberger Grube aber 20 Jahre zu früh ausgeschöpft. Und genau dann könnte es zu dem kommen, wovor das Bundesverwaltungsgericht Anfang des Jahres gewarnt hatte. Denn ist die Versorgung nicht ausreichend gesichert, darf mit Hinweis auf eine Konzentrationszone der Abbau an anderer Stelle nicht verwehrt werden. "Die Bezirksregierung leistet mit ihrem Handeln genau dem Vorschub, was der Regierungspräsident verhindern will: Der Raum Kottenforst-Ville würde zum Schweizer Käse werden", kritisiert Pacyna.

Vizelandrätin Gabi Deussen-Dopstadt bemängelte, dass diese in der Vergangenheit bereits von der Stadt Bornheim und vom Rhein-Sieg-Kreis vorgebrachten Argumente bei der Bezirksregierung kaum Gehör fänden und den Abgeordneten im Regionalrat entscheidende Informationen vorenthalten würden. bb