Kampf für den Naturpark

Bornheimer Rat appelliert an Regionalrat. Parteifreunde aktivieren."An uns wird sich der Regierungspräsident die Zähne ausbeißen. Wir werden mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln gegen das Abbaugebiet Sonnenhof kämpfen."

Auf der nächsten Sitzung des Regionalrates steht der Antrag des Kölner Regierungspräsidenten (RP) Hans Peter Lindlar zur Abstimmung, am Sonnenhof, im Einzugsbereich der Ortschaften Merten und Rösberg, eine Konzentrationszone zum Abbau von Quarzkies auszuweisen. Im Rat gab es auf Antrag der SPD eine aktuelle Stunde, in der sich alle Fraktionen vehement gegen den Vorschlag des RP aussprachen. Alle forderten den Regionalrat auf, in der Sitzung am 13. Juni zu verhindern, dass der RP "gegen den Rat und gegen die Interessen der Bornheimer Bürger handelt". Wilfried Hanft (SPD) warf Lindlar "einen Husarenritt ohnegleichen" vor, er habe "nach Gutsherrenart die Planungshoheit der Stadt Bornheim mit Füßen getreten".

Seine Planung verstoße gegen den gültigen Flächennutzungsplan, da die Stadt bereits eine Konzentrationszone für die Gewinnung nichtenergetischer Bodenschätze zwischen Roisdorf und Hersel ausgewiesen habe. Er warnte davor, "dass der RP sein Rambo-Image weiter pflegt. Darauf lassen weitere Aktivitäten schließen, wie die jetzt gegenüber der Stadt Bornheim angebotene Schuldnerberatung. Er nimmt die Stadt in den Würgegriff und besitzt die Frechheit zu fragen, warum sie so schwer atmet..."

Michael Pacyna (Grüne) bekräftigte, die vom RP angestrebten 280 000 Tonnen im Jahr ließen sich über den gewünschten Zeitpunkt von 30 oder 50 Jahren gar nicht abbauen, so viel Quarzsand sei gar nicht vorhanden. Die Bornheimer Politiker sollten auf ihre Parteifreunde im Regionalrat einwirken, Lindlars Vorschläge abzulehnen. Auch Dieter Müller erteilte dem RP eine klare Absage: "Seit Jahrzehnten kämpfen wir gegen den Abbau auf Bornheimer Gebiet. Das Herzstück des Naturparks Rheinland müssen wir erhalten." Dem stimmte Christian Koch (FDP) zu und sprach "den seit Jahrzehnten einstimmigen Konsens in der Region" an. Peter van den Berg (UWG/Forum) und Bürgermeister Wolfgang Henseler reihten sich ebenfalls ein.