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Quarzabbau-Gegner werfen RP "eklatanten Widerspruch" vor

Quarzabbau-Gegner werfen RP "eklatanten Widerspruch" vor

LSV informiert über neue Pläne in Bornheim. Der Landschaftsschutzverein (LSV) Vorgebirge macht mobil gegen die erneuten Bestrebungen der Bezirksregierung, dem Quarzabbau im Vorgebirge den Weg zu bereiten. Unter dem Titel "Alarm für Bornheim" lädt der Verein für Dienstag, 23. Oktober, zu einer Bürgerversammlung ins Gasthaus Köhl in Merten ein.

Wie berichtet, arbeitet die Bezirksregierung darauf hin, im Regionalplan am "Sonnenhof" nahe Walberberg ein Abbaugebiet auszuweisen. Dabei hatte der Regionalrat im Juni 2006 beschlossen, dieses Gebiet zu schonen und stattdessen das bereits bestehende Abbaugebiet in Weilerswist-Nord zu erweitern. Hier und nicht in der bisher unberührten Bornheimer Landschaft, sollte eine "Konzentrationszone für hochreinen weißen Quarzkies" eingerichtet werden. Der Regierungspräsident handele "im absoluten Widerspruch zum Parlaments-Beschluss", zeigt sich der parteipolitisch unabhängige LSV alarmiert. Die Abbau-Gegner beziehen sich auf ein internes Papier der Bezirksregierung, das am 20. November zunächst nicht öffentlich beraten werden soll.

Demnach seien die "langfristigen Abbaumöglichkeiten" in Bornheim "sehr gut bis gut". Daraus schließt der LSV, dass sich die Bagger nach Ende des Tagebaus am Sonnenhof weiter in Richtung Merten, Rösberg und Hemmerich durch den Naturpark fressen.
Die Landschaftsschützer wollen mit wissenschaftlichen Argumenten dagegen halten. Im Auftrag der Landschaftsschutzvereine Vorgebirge und Kottenforst hat der Geologe Michael Veerhoff die Qualität der Quarzkies-Lagerstätten am Sonnenhof, in Weilerswist sowie zwischen Flerzheim und Buschhoven unter die Lupe genommen. Das Gutachten wird bei der Versammlung, der sich die öffentliche Mitgliederversammlung des LSV anschließt, vorgestellt.

Inzwischen hat sich auch die SPD-Fraktion im Siegburger Kreistag eingeschaltet. Mit seinen neuesten Vorschlägen zum Quarzabbau im Vorgebirge übergehe Regierungspräsident Hans Peter Lindlar den Regionalrat und seine Entscheidungen, ebenso die Stellungnahmen der Stadt Bornheim und des Rhein-Sieg-Kreises, kritisieren die Sozialdemokraten, die von einem "eklatanten Widerspruch" sprechen. Sie fordern Landrat Frithjof Kühn auf, zu den Bestrebungen der Bezirksregierung Stellung zu nehmen. Unter anderem soll er erklären, seit wann er von den Plänen des RP weiß und inwieweit der Rhein-Sieg-Kreis dagegen vorgehen kann. Vor allem will die SPD wissen, wie es zu den erheblichen Abweichungen zwischen den RP-Ansinnen und den Positionen der Stadt Bornheim und des Rhein-Sieg-Kreises kommen konnte.

Für SPD-Regionalratsmitglied Achim Tüttenberg und den SPD-Kreisvorsitzenden Sebastian Hartmann ist klar: "Wir werden jedes Mittel zur Verhinderung des Quarzkiesabbaus in Bornheim ausschöpfen", erklärten sie jetzt in einer Pressemitteilung. "Es ist nun unerlässlich, dass alle Stellen, Parteien und Fraktionen mit aller Kraft an einem Strang ziehen." Die SPD hatte sich in Bornheim sowie auf Kreis- und Regionalratsebene für eine "Null-Lösung" ausgesprochen: Sie lehnt die Ausweitung des Quarzabbaus auch in Weilerswist-Nord ab.