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Sozialstunden und Trainingskursus: Jugendliche bewarfen Straßenbahn mit Steinen

Sozialstunden und Trainingskursus : Jugendliche bewarfen Straßenbahn mit Steinen

Es war wohl die pure Langeweile, die sechs Teenager im Alter zwischen 13 und 17 Jahren dazu veranlasst hatte, eine Spur der Verwüstung an der Straßenbahnlinie in Bornheim zu hinterlassen. Das Bonner Jugendschöffengericht kam im Prozess zu dem Schluss, dass sich die Gruppe entschlossen hatte, zum Zeitvertreib Sachbeschädigungen zu begehen.

Zunächst hatten sie von einem Erwachsenen eine Flasche Alkohol bekommen und davon getrunken. Am frühen Abend zerstörten sie daraufhin an der Haltestelle Bornheim-Waldorf die Lampen einer Ampelanlage. Kurz darauf filmte ein zur Tatzeit 17-Jähriger mit seinem Handy, wie seine Freunde an einem Bahnübergang an mehreren Masten etliche Signale demolierten.

Anschließend sammelten die Teenager Steine aus dem Gleisbett. Diese warfen sie dann auf eine in Richtung Bonn vorbeifahrende Straßenbahn der Linie 18. Wie durch ein Wunder wurden weder der Fahrer noch einer der Fahrgäste verletzt.

Mehrere Scheiben waren durch die Steinwürfe zu Bruch gegangen - ein Stein war sogar noch auf der anderen Seite durch die Scheibe wieder nach draußen geflogen. Auch diese Aktion war mit dem Handy aufgenommen worden. Der Straßenbahnfahrer hatte sofort eine Notbremsung eingeleitet. Die alarmierten Polizisten waren noch in Tatortnähe auf die Verdächtigen gestoßen. Als die Zivilfahnder die Gruppe mit dem Vorwurf konfrontierten, gab zumindest einer der Jugendlichen zu, Steine geworfen zu haben.

Vor Gericht mussten sich nur drei aus der Gruppe verantworten, da die jüngsten zur Tatzeit noch nicht strafmündig waren. Laut dem Gerichtssprecher zeigten sich die Angeklagten in der nicht öffentlichen Verhandlung umfassend geständig. Die nicht vorbestraften Täter wurden allesamt wegen gemeinschaftlicher Störung öffentlicher Anlagen sowie gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr verurteilt.

Sie wurden nach dem Jugendstrafrecht verwarnt. Jeder muss nun 40 Sozialstunden ableisten - der 14-Jährige und der 15-Jährige wurden zudem zu einem Trainingskursus soziales Lernen verdonnert.