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Bornheimer Versöhnungskirche: Alles unter einem Dach

Bornheimer Versöhnungskirche : Alles unter einem Dach

Die Möbel müssen raus: Kirchenbänke, Lampen, Kerzenhalter, Gebetbücher aus den 50er Jahren - einiges, was in der evangelischen Versöhnungskirche in Bornheim nicht niet- und nagelfest ist, soll verkauft werden und damit einen Teil des Umbaus finanzieren. Der ist nun in greifbare Nähe gerückt. Geplant sei, am 15. April mit der Vergrößerung zu starten, sagt Pfarrer Dieter Katernberg. Die Versöhnungskirche soll demnächst auch das Gemeindezentrum beherbergen, das bislang im Geschwister-Imhof-Haus untergebracht ist.

Nötig ist der Umbau, weil die Sanierung des Gemeindezentrums zu teuer geworden ist. "Es geht uns nicht so gut, als dass wir beide Gebäude sanieren können. Wir wollen damit jetzt eine kleine, funktionale und zukunftsfähige Lösung erzielen." Dafür waren am Wochenende einige freiwillige Helfer im Einsatz. Sie schredderten Hecken und schafften so Platz für die Erweiterung. Die Bäume wurden bereits Ende Februar gefällt.

Im Grundsatz bleibt das Gerüst der Versöhnungskirche laut Katernberg erhalten, sie wird lediglich rundherum erweitert. So entstehen an der Westseite ein neuer Jugendraum, ein Büroraum sowie barrierefreie Toiletten. Dafür wird der Kirchenraum etwas verkleinert. Er bietet nach dem Umbau Platz für rund 250 Menschen; bislang passen mehr als 300 in die Kirche.

An der Ostseite kommt ein Lagerraum für die Lebensmittelausgabe hinzu. Dort wo derzeit die Orgel steht, wird eine Küche eingerichtet, die Glasfronten an den Seiten durch eine Fensterfront ersetzt. Der Chorraum könne später durch eine bewegliche Wand als Gemeinderaum abgetrennt werden, in dem 60 bis 70 Menschen Platz haben, erzählt Katernberg. Der Pfarrer freut sich darauf, demnächst mit Kirche und Gemeindezentrum unter einem Dach eine Verbindung des "Sozialen und Geistigen" zu haben.

Den vorläufig letzten Gottesdienst in der Versöhnungskirche feiert die Gemeinde am Ostersonntag - mit feierlichem Auszug in die Alte evangelische Kirche gegenüber. Sie wird während der Bauphase für die Gottesdienste genutzt. Wie auch das Geschwister-Imhof-Haus, durch dessen Verkauf der Umbau mitfinanziert werden soll. Interessenten gibt es dafür laut Katernberg bereits, aber noch ist nichts unterschriftsreif. Zudem seien sie auf Spenden angewiesen.

Im Idealfall könne die umgebaute Versöhnungskirche in neun Monaten wieder genutzt werden. Es bleibe aber ein Restrisiko, "weil man nie weiß, was man findet". Denn: Es gibt keine Baupläne für das 50 Jahre alte Gebäude. "Deshalb müssen wir umso vorsichtiger sein und deshalb wird der Umbau auch etwas teurer." Ursprünglich war von rund 1,3 Millionen Euro die Rede, nun liegen die Kosten bei etwa 1,45 Millionen Euro.