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Baugebiet Buschkauler Feld: In Witterschlick entsteht Wohnraum für 600 Neubürger

Baugebiet Buschkauler Feld : In Witterschlick entsteht Wohnraum für 600 Neubürger

Die Alfterer Politik treibt derzeit die überarbeitete Planung des Baugebiets Buschkauler Feld voran. Große Sorge bereitet ihnen allerdings die Verkehrssituation in Witterschlick.

Wohin nur mit den ganzen Autos? Diese Frage schwebt unheilvoll über den Planungen für das große Baugebiet Buschkauler Feld am Rand von Witterschlick. Dementsprechend prägte sie auch in der jüngsten Sitzung des Alfterer Ausschusses für Gemeindeentwicklung die Debatte um das Areal. Einstimmig beschlossen die Ausschussmitglieder, die Pläne für das Baugebiet voranzutreiben. Die Gemeindeverwaltung wird nun einen Bebauungsplan entwerfen lassen sowie zu einer neuerlichen Bürgerversammlung zu dem Thema einladen.

Wie berichtet, umfasst das Buschkauler Feld einen Bereich zwischen dem Buschkauler Weg, der Ramelshovener Straße und der B 56 am westlichen Ortsrand von Witterschlick. Am Beginn der Planung vor zweieinhalb Jahren war dort Wohnraum für rund 1200 Menschen vorgesehen gewesen. Zwischenzeitlich wurde bei dem Projekt – auch aufgrund von Protesten aus der Witterschlicker Bürgerschaft – abgespeckt. Nun sollen rund 600 Menschen in Ein- und Mehrfamilienhäusern Platz zum Wohnen finden.

Grünzug soll das Baugebiet in zwei Hälften teilen

Dazu ist die Errichtung einer Kita sowie eines Seniorenwohnheims vorgesehen. An der Ramelshovener Straße – hin zum Witterschlicker Gewerbegebiet – sollen sich weiteres Gewerbe und Dienstleister ansiedeln können. Ein Grünzug entlang des Wassergrabens wird das Baugebiet in einen nördlichen und einen südlichen Bereich teilen. Obgleich nun weniger Wohnraum entstehen soll als ursprünglich geplant, gehört die Bewältigung des Verkehrsaufkommens zu den entscheidenden Fragen. Schließlich müssen auch 600 Menschen zur Arbeit, zur Schule, zum Einkaufen oder sonst wohin kommen.

Nach Angaben des von der Gemeinde beauftragten Stadtplaners Ralf Thielecke soll der überörtliche Verkehr aus dem Neubaugebiet unmittelbar über die B 56 abfließen. Es werde mehr Verkehr auf der B 56 geben, konstatierte Verkehrsgutachter Thomas Baum. Und: „In Witterschlick selbst tut sich nahezu nichts.“ Dies bedeutet laut Baum, dass sich die Verkehrssituation im Ort durch das Neubaugebiet nicht verschlechtern wird. Allerdings prognostizierte er eine allgemeine Zunahme des Verkehrs in der gesamten Region, was sich ebenfalls in Witterschlick zeigen werde – auch ohne das Buschkauler Feld. Einige Kreuzungen in Witterschlick seien bereits jetzt in den Stoßzeiten überlastet und würden es auch künftig sein, so Baum.

Bushaltestelle geplant

Die Frage des Verkehrs sei mehr als problematisch, es müssten Alternativen her, forderte Sandra Semrau (Freie Wähler). Ein Antrag ihrerseits, ein verbindliches Verkehrsangebot mit Alternativen zum Ausbau vor Baubeginn im Buschkauler Feld vorzulegen, fand indes keine Mehrheit. Bürgermeister Rolf Schumacher sprach ^sich dagegen aus, da dies einen Zeitverlust bei der Entwicklung des Baugebiets bedeuten würde. Es sei aber klar, dass man in Richtung Witterschlick Fuß- und Radwegverbindungen aus dem Buschkauler Feld heraus favorisiere. Auch treibe man die Planungen für eine Bushaltestelle im Neubaugebiet voran.

Fridhelm Marx (SPD) und Jan Duensing (CDU) betonten beide die Notwendigkeit, weiteren Wohnraum zu schaffen und die Verkehrsfrage nicht zu sehr in den Vordergrund zu stellen. Der Verkehr werde zunehmen, ob mit oder ohne das Neubaugebiet in Witterschlick, so Duensing. Paul Breloh (FDP) sah das ein wenig anders. Er halte das Bauvorhaben für vernünftig, und das Verkehrsverhalten werde sich ändern. „Wir sollten nicht zu pessimistisch sein“, konstatierte er. Die Grünen seien nicht glücklich mit den Planungen, erkennten aber die Notwendigkeit an, erklärte Wilhelm Windhuis. Er wolle nicht grundsätzlich dagegen sprechen, aber „das Ding liegt einfach am falschen Ort“. Das Neubaugebiet müsste näher an den Haltepunkt der S 23. „Nur da ist kein Platz“, sagte der Grünen-Ratsherr.

Mit den politischen Beschlüssen im Rücken wird die Gemeindeverwaltung nun die Planungen für das Buschkauler Feld weiter verfolgen. Laut Stadtplaners Thielecke könnte im Sommer 2019 ein rechtskräftiger Bebauungsplan vorliegen.