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Pättchen im Vorgebirge: Auf kleinen Wegen durch Alfter

Pättchen im Vorgebirge : Auf kleinen Wegen durch Alfter

Die Gemeinde und der Rat wollen die ortstypischen Pättchen bekannter machen, die im Laufe der Jahrhunderte wohl von Pächtern als Zugang zu kleinen Parzellen angelegt wurden. Erster Schritt ist die Veröffentlichung eines Verzeichnisses.

Es sind kleine Wege, die sowohl offiziell als auch im Laufe der Jahrhunderte als Zugang zu kleinen Parzellen von den Pächtern angelegt sein können: die Alfterer Pättchen. Obendrein sind sie aus dem Dorfleben nicht mehr wegzudenken und fest in der Tradition verankert. Deshalb standen sie auch auf der Tagesordnung der vergangenen Gemeinderatssitzung.

Anfang August hatte die Verwaltung 31 der kleinen Pfade bei einem Kontrollgang begutachtet und ein Verzeichnis der Pättchen im Gemeindegebiet samt Bilddokumentation erstellt. Dabei berücksichtigt sie die Pättchen, die regelmäßig benutzt werden und Eigentum der Gemeinde sind. Aus den Reihen der Ratsmitglieder wurden zahlreiche weitere Pättchen genannt, die ebenfalls aufgenommen werden sollen.

In ihrer Vorlage gibt die Verwaltung Auskunft über den Zustand der Wegeverbindungen. So legt sie dar, die Pättchen seien „durch jahrelanges Belaufen verdichtete Trampelpfade, die je nach Witterung und Steilheit des Geländes nur mit geeignetem Schuhwerk begehbar sind“. Sie verlaufen in der Regel entlang landwirtschaftlich genutzter Flächen oder Gärten und verbinden Wohngebiete. Es bedürfe keiner besonderen Pflegemaßnahmen durch die Gemeinde, die Pättchen funktionierten „im besten Sinne des Wortes von alleine“.

Angedacht sind auch Hinweisschilder

Die Grundstücksanlieger schnitten die Wege meist frei, nur in besonderen Fällen müsse der Bauhof der Gemeinde aktiv werden. Eine komplette Unterhaltung durch den Bauhof sei mit der derzeitigen Personaldecke auch gar nicht zu leisten. Luise Wiechert (CDU), die seit sechs Jahren gut besuchte Pättchen-Führungen anbietet, hatte auf diesen Sachverhalt eine pragmatische Sicht. „Ein Pättchen, das zuwächst, wird auch nicht genutzt“, sagte sie.

Einig wie selten waren sich die Ratsmitglieder, dass die Pättchen ein wichtiges Thema sind und dass den Anwohnern für das Freihalten der kleinen Wege zu danken ist. „Die Pättchen sind ein Riesenpfund, wirklich etwas ganz Besonderes“, brachte Bolko Graf Schweinitz (Freie Wähler) es auf den Punkt. Und Barthel Schölgens (CDU) sagte, seine Fraktion habe schon vor zehn Jahren gefordert, dass das Thema auf die Tagesordnung komme, jetzt sei man einen Schritt weiter. Einstimmig beschloss der Rat, dass die Verwaltung das Verzeichnis veröffentlichen und so die Pättchen bekannter machen solle.

Auch sollen sie Eingang in das Mobilitätskonzept der Gemeinde Alfter finden – als ein Element zur Stärkung der Fußwege. Vor einer Überfrachtung des Mobilitätskonzepts warnte jedoch Michael Schroerlücke (Grüne). Die Pättchen funktionierten laut Vorlage von alleine. „Das hat etwas Wohltuendes“, meinte er. Verbesserungen könnten sukzessiv erfolgen.

Mehrheitlich wurde der Antrag der CDU-Fraktion angenommen, dass an einigen Pättchen Schilder aufgestellt werden, die einen Hinweis auf das Ziel der Pättchen geben sowie den Hinweis „Benutzung auf eigene Gefahr – Kein Winterdienst“. „Was kostet so ein Schild?“, hakte Thomas Klaus (SPD) nach. Seines Wissens seien Schilder nicht ganz billig. Die Kosten seien noch nicht bekannt, sagte Bürgermeister Rolf Schumacher, sie sollten ermittelt und das Thema bei den Haushaltsberatungen Anfang 2019 diskutiert werden. Albert Wulff (FDP) plädierte dafür, nicht zu viel Aktionismus bei der Weiterentwicklung der Pättchen zu entwickeln: „Da kommt jetzt so 'ne Art preußische Gründlichkeit rein.“ In Bezug auf die Pättchen sei man mit der rheinischen Art nach dem Motto „Et kütt wie et kütt“ bislang nicht schlecht gefahren.

Letztlich gaben die Ratsmitglieder aber grünes Licht für den Antrag von Mechtild Wallraff-Kaiser (Grüne), Karten in Papier- und digitaler Form zu erstellen, damit die Wege leichter zu finden sind. Ebenfalls einstimmig wurde der Antrag der Freien Wähler angenommen, dass widerrechtlich unbegehbar gemachte Pättchen möglichst wieder begehbar gemacht werden.