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Abtei Michaelsberg in Siegburg: Die Pfahlwand sichert die Abtei

Abtei Michaelsberg in Siegburg : Die Pfahlwand sichert die Abtei

Efeu und Graffiti sind weg, teils wurde neu fundamentiert und verfugt, Ausbuchtungen wurden mit Wolsdorfer Brocken verfüllt. Die alten Schießscharten und Wehrgangsbefestigungen sind wieder sichtbar geworden.

Sie zeugen auf dem Teil der alten Siegburger Stadtmauer, der bereits auf einem Merianstich von 1642 zu sehen ist, von Kontinuität auf dem Michaelsberg mit seiner ehemaligen Benediktinerabtei.

Fachleute um den Architekten Karsten Monnerjahn haben, in Abstimmung mit der städtischen Denkmalpflegerin Anja Göbel, das Mauerstück saniert. Das musste passieren, bevor mit dem modernen Anbau für das Katholisch-Soziale Institut (KSI) begonnen wird - denn von der alten Stadtmauer abgesehen, ist der Berg derzeit eher von Umbruch geprägt. Der Weg zur Stadtmauer wird bald durch eine Baugrube abgeschnitten sein.

Bereits seit Montag werden an der Bergstraße Kanalbauarbeiten durchgeführt. Laut Erzbistum Köln muss eine sogenannte Trennkanalisation gebaut werden: parallel zueinander ein Schmutzwasserkanal ein Regenwasserkanal. Zusätzlich werden Versorgungsleitungen gelegt. Der Bereich von Hausnummer 22 bis etwa zur Höhe Hexenturm sei für zwei bis drei Wochen beeinträchtigt.

Die Anlieger könnten aber während der gesamten Bauzeit, die auf etwa zwei Monate veranschlagt ist, ihre Grundstücke erreichen. Die Stellplätze fallen jedoch laut Stephan Marks, Planungsamtsleiter der Stadt Siegburg, vorerst weg. Der Spazierweg zum Johannestürmchen und der Parkplatz gegenüber dem Rosengarten sind bereits seit Wochen gesperrt und können bis zum Ende der Bauarbeiten im Jahr 2016 nicht genutzt werden.

Auf dem Berg selbst wird laut Marks als nächstes die Wand aus Pfählen errichtet, die dafür sorgen soll, dass das alte Kloster nicht ins Tal abrutscht. Die bis zu 15 Meter langen Pfähle werden aneinander gereiht im Fels verankert. Marks betonte, dass "gebohrt, nicht gerammt" werde, wodurch sich die Lärmbelästigung in Grenzen halten werde.

Betriebsamkeit hier, Abschiedsstimmung da: Schon am kommenden Montag muss das seit 1997 auf dem Michaelsberg beheimatete Edith-Stein-Exerzitienhaus weichen. Vor gut einem Jahr hatte der damalige Kölner Kardinal Joachim Meisner entschieden, das Exerzitienhaus nach Altenberg zu verlegen, um dem KSI mehr Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten. Hausleiter André Pluta, selbst Siegburger, bedauert den Abschied. Er selbst wechselt mit zwei weiteren Mitarbeitern ins Generalvikariat nach Köln.

Am Sonntag veranstalten die Mitarbeiter auf dem Michaelsberg ein Abschiedsgrillen. Aktuell finden noch Exerzitien statt, unter anderem ist bis einschließlich morgen eine Schweigegruppe auf dem Berg. Ob sie wirklich Ruhe finden kann, ist fraglich. "Wir merken natürlich schon etwas von den Bauarbeiten", sagte Pluta auf Nachfrage. "Aber die Situation ist eben so, wie sie ist."

Ablauf der Bauarbeiten

Die Erstellung und Sicherung der Baugrube auf dem Michaelsberg sind laut Erzbistum Köln für Juli bis Oktober geplant. Anschließend soll mit dem Rohbau begonnen werden. Der bauliche Ausbau beginnt im Juli 2015. Infos und eine Webcam gibt es unter www.michaelsberg-siegburg.de.