Erdbeerernte im Vorgebirge: Die Früchtchen sind früh dran

Erdbeerernte im Vorgebirge : Die Früchtchen sind früh dran

Früh ging es diesmal los: "Vor zehn Tagen haben wir damit begonnen, die Beeren im Tunnelanbau zu ernten", sagt Peter Vornhagen, Landwirt aus Swisttal-Odendorf. In etwa zehn weiteren Tagen werde er mit der Ernte seiner Freiland-Erdbeeren beginnen, die im Winter mit Vlies und Folien abgedeckt waren.

Aufgrund des warmen Winters und der vielen Sonne im März startet die Freilandernte in diesem Jahr statt Ende Mai schon Mitte des Monats - und somit 14 Tage früher als gewöhnlich und gar drei Wochen eher als 2013.

Einen halben Hektar Erdbeeren erntet Vornhagen im Tunnelanbau, eineinhalb Hektar zieht er im Freiland heran, mit einer Doppelabdeckung von Folie und Vlies gegen schlechtes Wetter und gegen Schädlinge geschützt. In Glas- und Foliengewächshäusern, Tunneln oder im Freiland mit und ohne Abdeckung werden im Rheinland auf 2000 Hektar Erdbeeren angebaut.

Ein Schwerpunkt liegt mit 600 Hektar im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis. Die ersten heimischen Erdbeeren kamen bereits Anfang April mit den Züchtungen aus den Gewächshäusern auf den Markt, Ostern begann die Ernte in den Folientunneln, vergangene Woche kamen dann frühe, mit Vlies und Folie geschützte Freilandsorten auf den Markt.

Normalerweise liegen zwischen der Ernte im Folientunnel und derjenigen im Freiland mit Doppelabdeckung drei bis vier Wochen. "Wir erwarten auf jeden Fall eine gute Ernte", sagt Vornhagen. Er verkauft seine Früchte an eigenen Ständen, an die Genossenschaft und in seinem Rheinbacher "Bauernladen". Ein Pfund aus dem Tunnelanbau kostet zurzeit 2,50 Euro, für die ersten aus der Freilandproduktion wird der Verbraucher voraussichtlich um die zwei Euro zahlen.

Bei Landwirt Ralf Hensen aus Swisttal-Mömerzheim kommen 99 Prozent der Ernte in den Einzelhandel. Die ersten Früchte aus seinen beheizten Gewächshäusern hat er Anfang April geerntet. 15 verschiedene Sorten an Felderdbeeren hat er 2013 gepflanzt, die Ernte der ersten Früchte vom Feld hat jetzt begonnen. "Die Sorten unterscheiden sich in Geschmack, Frühzeitigkeit und Aussehen. Freiland-Erdbeeren schmecken intensiver", erläutert Hansen.

Für ein Pfund seiner Gewächshaus-Erdbeeren zahlt der Verbraucher zwei bis 3,50 Euro, für die aus dem Freiland werden es zwischen ein und zwei Euro sein. "Der Preis wird mit dem Einzelhandel jede Woche neu verhandelt", so Hensen. Für ihn ist mit dem Ernteende im Freiland die Erntezeit noch nicht zu Ende, gibt es doch von September bis Dezember noch einmal reife Erdbeeren aus dem Gewächshaus.

Einen anderen Weg geht Obstbauer Manfred Felten aus Meckenheim. Er setzt komplett auf Feldanbau. Von rund vier Hektar baut er jeweils ein Drittel abgedeckt mit Doppelfolie, ein Drittel naturbelassen ohne jeden Schutz und ein Drittel mit Stroh abgedeckt an, um die Erntezeit zu verlängern. Drei Euro kostet das Pfund Erdbeeren in seinem Hofladen und an seinen Ständen.

Für Biobauer Heinz Bursch aus Bornheim sind Erdbeeren eine von 60 verschiedenen Anbaukulturen auf seinem Hof. Auf zwei Hektar erntet der Landwirt Erdbeeren im Folientunnel und im Freiland. Da seine Freilandfrüchte nicht mit Folie abgedeckt werden, werden bei ihm die ersten erst Ende Mai gepflückt, "wenn keine Fäule und keine Krankheiten die Beeren befallen", sagt Bursch.

Um 20 bis 30 Prozent geringer als bei den konventionellen Produzenten schätzt Bursch seinen Ertrag. Weder mineralischer Dünger noch Pflanzenschutzmittel sollen ihn steigern. Seit Ende April bietet er seine Erdbeeren aus dem Tunnelanbau beim Hofverkauf und auf Wochenmärkten für 3,95 Euro das Schälchen an. Zum Preis der Freilanderdbeeren, die Ende Mai auf dem Markt sein werden, kann er noch nichts sagen.