Erftstraße in Hersel: Streit um neuen Straßennamen

Erftstraße in Hersel : Streit um neuen Straßennamen

Anlieger befürchten hohe Kosten, wenn die Erftstraße nach Pfarrer Anno Burghof benannt wird. Politik und Stadt suchen nun nach Lösung.

Um die geplante Umbenennung der Erftstraße in Anno-Burghof-Straße gibt es Streit. Einstimmig hat der Bornheimer Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss daher am Donnerstag die Beratungen darüber von der Tagesordnung abgesetzt.

Wie der General-Anzeiger berichtete, hatte der Herseler Ortsvorsteher Frank W. Krüger (SPD) den Antrag zur Umbenennung eingebracht. Dadurch soll Pfarrer Burghof geehrt werden, der im vergangenen Jahr nach mehr als 35 Jahren Wirken in der Pfarrgemeinde Hersel aus dem Amt ausgeschieden war. Bei der Verabschiedung Burghofs war die Idee aus den Reihen der Bürgerschaft aufgekommen, eine Straße nach dem Geistlichen zu benennen.

Dass die Beratungen darüber jetzt verschoben wurden, liegt am Protest der Anwohner der Erftstraße. "Wir fühlen uns übergangen", sagt Manfred Kuhl. Die Angelegenheit sei ein ernstes Problem. "Wir haben selbstverständlich nichts gegen Anno Burghof", betont Kuhl. Aber für die Anwohner sei eine Umbenennung mit hohen Kosten verbunden, etwa für die Änderung von Personalausweis, Reisepass und Fahrzeugpapieren. Die anliegenden Gewerbetreibenden müssten dazu unter anderem die Beschriftungen an ihren Autos sowie Visitenkarten, Briefköpfe und Stempel ändern, sagt Peter-Werner Decker, der in der Erftstraße einen landwirtschaftlichen Betrieb unterhält.

Nach Ansicht der Anwohner könnte etwa der bisher namenlose Kirchplatz oder ein Straßenneubau den Namen des Pfarrers tragen. Für Kuhl hat das bisherige Vorgehen zur Umbenennung nichts mit Bürgernähe zu tun. Notfalls würde er vor Gericht ziehen. Im Ausschuss einigten sich die Parteien darauf, nochmals über die Umbenennung zu reden. Eine im Raum stehende Alternative ist, nur einen Teil der Erftstraße umzubenennen, so dass keine Anwohner betroffen wären. Für die CDU sei das aber keine Option, sagt Hans Dieter Wirtz, Vorsitzender der Union in Bornheim: "Wir müssen nun in aller Ruhe darüber sprechen." Das sieht Ortsvorsteher Krüger auch so. Es gelte, keinen bei einer Entscheidung zu übergehen und dafür zu sorgen, dass das Ansehen von Anno Burghof nicht beschädigt wird.

Burghof, Jahrgang 1943, wurde 1977 Pfarrer in Hersel und 1991 Dechant im Dekanat Bornheim. Bis Ende Juli 2013 war er leitender Pfarrer des Seelsorgebereichs Bornheim. Seit 2008 fungierte er als Kreisdechant im Rhein-Sieg-Kreis. 2005 wurde er "Kaplan Seiner Heiligkeit" (Monsignore). Seit August 2013 ist er Spiritual im Bonner Albertinum.