Jugenddorfabend am CJD Königswinter: Eintauchen ins Mittelalter

Jugenddorfabend am CJD Königswinter : Eintauchen ins Mittelalter

Schüler der Hochbegabtenklassen am CJD in Königswinter haben beim Jugenddorfabend ihre Projekte zu Themen wie dem Mittelalter oder dem Umgang mit Behinderungen präsentiert.

Allenfalls als Könige könnten sich Nick Stumpp und Elias Stahl ein Leben im Mittelalter vorstellen. „Das war hart damals.“ Die beiden Fünftklässler zeigten beim CJD-Jugenddorfabend der Hochbegabtenklassen der Sekundarstufe I in der Aula die Ergebnisse ihrer Projektarbeit am PC – die beiden hatten eine Powerpoint-Präsentation über das Thema „Verteidigung“ vorbereitet, die sie Interessierten bei der Ausstellung vorführten. Da waren Waffen und Wehrtürme zu entdecken. Und gern beantworteten Nick und Elias, die später nicht Ritter, sondern Ingenieur und Pilot werden möchten, auch die Fragen der Besucher.

Während ihr Jahrgang sich im Projektunterricht mit Lehrerin Dagmar Trachternach mit dem Mittelalter befasste, hatte sich die Klasse 6e in den vergangenen Monaten mit Lehrerin Beate Schöndube dem Thema „Behindert – nicht behindert“ gewidmet. Und die Schüler der 7e präsentierten an diesem Abend die Ergebnisse ihres Zeitungsprojektes, das sie mit Lehrerin Christina Romero sowie Lara Aulich und Florian Helfer, zwei Studenten im Praktikum, umgesetzt hatten.

Bevor die Besucher – Eltern, Freunde und Geschwister der Schüler – die Ausstellung in Augenschein nahmen, wurden allerdings die besten Projekte auf der Bühne in unterhaltsamer Weise vorgestellt. Benjamin Bürger und Vincens Faßbender aus der Klasse 7 e moderierten locker und charmant diese Auftritte. Lotti Paape und Julia Slowik hatten sich in die Kindheit im Mittelalter hineinversetzt. Sie berichteten, entsprechend kostümiert, wie es den Mädchen und Jungen damals erging. „Sie spielten Verstecken und hatten Murmeln, Würfel, Reifen oder Kreisel.“

Wie sah es mit Bildung und Arbeit aus, wenn die Kinder denn überhaupt dieses Alter erreichten? Denn: „Von acht Säuglingen überlebten in einer Bauernfamilie nur zwei bis drei“, berichteten die Schülerinnen. „Mit sieben Jahren erhielten die Kinder Aufgaben wie das Füttern des Viehs. Sie mussten auf die Geschwister aufpassen, den Hof fegen.“ Oder: „Mädchen erlernten von der Mutter hauswirtschaftliche Fähigkeiten. Entstammten sie herrschaftlichen Kreisen, sollten sie Harfe spielen, sticken und nähen können. Mädchen durften nicht zur Schule.“ Auch die Kleidung in den unterschiedlichen Schichten machten Lotti und Julia zum Thema. Annalina Niederau und Stefanie Zens spielten indes eine Szene als Schüler Siegfried und Lehrerin Edeltrud – dabei ging es um die Schlachtrösser. Die Schülerinnen demonstrierten dabei nicht nur viel Wissen, sondern gefielen auch als kleine Schauspielerinnen.

Die Sechstklässler Emma Lücke, Magdalena Wild und Naomi Zang beleuchteten bei ihrem Auftritt die Frage: „Inklusion oder Förderschulen?“ Und ihre Kameraden – Hannah Borriss, Louis Breuer, Ray Hegenbarth, Katja Küppers und Felix Römgens – setzten sich mit Sehbehinderung und Blindheit auseinander. Auch hierbei wurde das theoretische Wissen in Spielszenen eindrucksvoll umgesetzt.

Mit dem Thema Zeitungen hatte sich die Hochbegabtenklasse der Jahrgangsstufe 7 befasst. Die Schüler fertigten eine eigene Schülerzeitung. Moana Goetze und Carlotta Schwanenberg berichteten auf der Bühne über den Ablauf des Projektes.

Für jedes Thema hatte sich ein Team gebildet. Auch Kreuzworträtsel und Witzecke sind in vielen Zeitungen zu finden. Darum kümmerten sich in diesem Fall Joel Jarek, Benjamin Ohlert, Jonathan Thelen und Jolie Tietz. „Warum rennen die Ostfriesen immer mit einem Messer am Strand entlang? – Weil sie in See stechen wollen.“ Der Jugenddorfabend bereitete wirklich Vergnügen. Die Hochbegabtenklassen 8e und 9e werden ihre Projekte ebenfalls noch vorstellen.

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