Evangelische Gemeinde Niederdollendorf: Jugendleiterin verlässt Niederdollendorf

Evangelische Gemeinde Niederdollendorf : Jugendleiterin verlässt Niederdollendorf

Corinna Mey übernimmt nach zweieinhalb Jahren eine neue Stelle in Wesseling. Viele Gemeindeglieder feierten mit ihr einen Abschiedsgottesdienst.

Rappelvoll war die evangelische Kirche in Niederdollendorf beim Gottesdienst am Sonntag – so voll, dass selbst im Foyer noch Stühle aufgestellt werden mussten. Dabei war der Anlass eigentlich ein trauriger. Nach zweieinhalbjähriger Tätigkeit wurde Jugendleiterin Corinna Mey aus der Gemeinde verabschiedet.

Sie wird sich künftig in Wesseling nicht nur um die Belange der jugendlichen Gemeindemitglieder dort, sondern auch um die Betreuung Ehrenamtlicher kümmern. In Dollendorf und Oberkassel indes ist das Bedauern über ihr Ausscheiden groß, wenn auch von Verständnis begleitet.

Pfarrerin Sophia Döllscher und Pfarrerin Anne Kathrin Quaas, die den Gottesdienst gemeinsam zelebrierten, dankten Mey für ihr Wirken in der Gemeinde: sie habe die Konfirmandenarbeit reich gemacht und auch tatkräftig in der Zeit der Vakanz der Pfarrstelle angepackt.

Die Predigt stand passend zum Anlass unter dem Motto „Kein Selfie mit Gott“. Pfarrerin Quaas musste auf die Frage eines Kindes „Hast Du schon einmal Gott gesehen?“ mit einem „Nein, aber“ antworten. Man könne Gott nicht sehen, wenn er an einem vorbei gehe. „Man kann ihn nur von hinten sehen, quasi im Rückspiegel. Oft merken wir erst im Nachhinein, dass Gott bei uns war.“ Der dänische Philosoph und Theologe Sören Kierkegaard habe dies so aus gedrückt: „Das Leben wird vorwärts gelebt, aber rückwärts verstanden.“ So sei das „Nein, aber...“ zu verstehen. „Rückblickend können wir die Spuren Gottes sehen.“ Zum Gelingen des Gottesdienstes trugen sowohl der Kinderchor als auch der Jugendchor unter Leitung von Stephanie Dröscher bei.

Nach der offiziellen Entpflichtung Meys – versehen mit guten biblischen Worten für ihren weiteren Weg – gab es dann doch noch ein Selfie. Zwar keines mit Gott, aber mit den beiden Pfarrerinnen und der Gemeinde. Im Anschluss an den Gottesdienst klang die Verabschiedung mit einem Wintergrillen, Sekt und Eis sowie vielen Geschenken aus.