Seit 1917 ist Eudenbach eine selbstständige Pfarrgemeinde: Ein buntes Fest zum 100. Geburtstag

Seit 1917 ist Eudenbach eine selbstständige Pfarrgemeinde : Ein buntes Fest zum 100. Geburtstag

Ein buntes Pfarrfest findet im Oberhau in jedem Sommer statt. Dieses Jahr jedoch gab es etwas ganz Besonderes zu feiern: Seit 100 Jahren ist Eudenbach eine selbstständige Pfarrgemeinde.

Bis 1917 gehörte die sogenannte "Kapellengemeinde Eudenbach" zur Kirchengemeinde Oberpleis. Für die Einwohner hieß das damals marschieren: Man ging sonntags über den heute noch existierenden Oberhauer Kirchweg über Quirrenbach, Hühnerberg, durch den Heester Bösch und Nonnenberg fünf Kilometer zu Fuß zur Messe nach Oberpleis.

60 Jahre dauerte es von der ersten Initiative, bis Eudenbach und die umgebenden Dörfer zur eigenständigen Pfarrgemeinde ernannt wurden - übrigens als die 1000. im gesamten Erzbistum Köln. Eine Tatsache, der die Eudenbacher damals eine kräftige Finanzspritze zu verdanken hatten: "Als 1000. Gemeinde erhielten sie vom Erzbistum 1000 Mark Sonderzuwendung für die Ausstattung der Kirche", berichtete Ekkehard Klaebe vom Ortsausschuss des Pfarrgemeinderates.

Auf die Historie der Gemeinde blickte auch Pfarrvikar Alexander Wimmershoff im Festgottesdienst zurück, bei dem es - dem Anlass entsprechend - besonders feierlich zuging. Zu einem Erlebnis wurde die Messe durch die Mitwirkung des Männerchores Quirrenbach unter Leitung von Olympia Klonowski.

Die Sänger trugen Lieder aus der "Vater unser Messe" von Lorenz Maierhofer vor. Ortsausschussvorsitzende Ilse Kurenbach eröffnete im Anschluss das bunte Pfarrfesttreiben rund um das Gemeindehaus. Für musikalische Stimmung sorgte das Jugendorchester der Freiwilligen Feuerwehr.

Der Ortsausschuss konnte bei der Vorbereitung und Durchführung des Festes erneut auf zahlreiche helfende Hände zurückgreifen: Die Feuerwehr baute ein großes Zelt auf, rund 40 Freiwillige kümmerten sich um einen reibungslosen Ablauf und zahlreiche Gemeindemitglieder spendeten selbst gebackenen Kuchen. Auch die Ortsvereine trugen tatkräftig zum Gelingen des Festes bei. "Es ist einfach schön, wenn man solch eine Unterstützung bekommt", freute sich Kurenbach über das Engagement der Oberhauer.

Bei den Kindern stand die Popcornmaschine besonders hoch im Kurs, außerdem garantierten verschiedene Spiele, Kinderschminken und eine Kirchenführung speziell für die jüngsten Gemeindemitglieder, dass den Pänz nicht langweilig wurde. Die Jungen und Mädchen der Kindertagesstätte Regenbogen tanzten die Geschichte der kleinen Raupe Nimmersatt und schwirrten hinterher als kunterbunte Schmetterlinge übers Pfarrfest.

Eine besonders gute Idee hatte Heinz Wolter: Er organisierte unter dem Motto "Kunst und Kaffee" erstmalig eine Ausstellung mit Werken von Künstlern aus dem Oberhau, die im Rahmen der Königswinterer Kunsttage in der Cafeteria im Gemeindehaus zu sehen war.

Neben Wolter selbst zeigten Hannelore Breuer, Annelore Broscheid, Ute Dobrzinsky, Bianca Malguth, Wolfgang Hengstler, Angelika Kneiseler sowie Ursula und Simone Ottersbach ihre Bilder, Skulpturen und Schmuck. "Ich wollte ein Forum schaffen, bei dem sich Eudenbacher Künstler einmal der Öffentlichkeit vorstellen können", so Wolter.

"Viele sind mit dem, was sie tun, ja gar nicht bekannt." Die kleine Werkschau soll erst der Anfang gewesen sein. "Wir haben festgestellt, dass noch viel mehr Künstler heute hier hätten stehen können. Daher muss es unbedingt eine Fortsetzung geben", meinte Wolter.

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