1200 Starter beim Spaßlauf "Petit Medoc" durch Oberdollendorfer Weinberge: Ganz Gallien zu Gast

1200 Starter beim Spaßlauf "Petit Medoc" durch Oberdollendorfer Weinberge : Ganz Gallien zu Gast

Diese Gallier! Jetzt treiben sich Asterix und Obelix auch schon in Oberdollendorf und in den Weinbergen herum.

Ach was, Asterix und Obelix: Ein ganzes gallisches Dorf war hier unterwegs. Beim "Petit Medoc" der SSG Königswinter ging Lehrer Jürgen "Jojo" Nolte mit 18 Schülern seiner siebten Klasse vom Tannenbusch-Gymnasium sowie 24 Vätern und Müttern an den Start.

Und prompt errang die Truppe den Preis für die schönste Verkleidung. Der Jubel war groß bei den Siegern. Denn bei diesem Lauf kommt es nicht auf schnelle Zeiten an, sondern auf den Spaß.

Und belohnt werden die originellsten Kostüme. Na gut, die Kinder durften sich auch diesmal außerdem alle über eine Medaille und eine Urkunde freuen. Die Erstplatzierten jeder Altersklasse erhielten außerdem einen Pokal und ein Präsent.

Verdient hatten die Gallier ihre Auszeichnung. An der Bachstraße, also an der Laufstrecke, hatten sie auf dem Hof von Jürgen Nolte und seiner Ehefrau Heike ihr Lager aufgeschlagen. Das große Transparent machte die Problematik deutlich: "Ganz Oberdollendorf ist von Römern besetzt. Ganz?"

Den Asterix mimte Schülervater Gunnar Boese, den Obelix Jürgen Nolte, der einstige Fecht-Weltmeister. Weil die Jury zugleich von der Truppe der "Duschvorhänge" so begeistert war, wurde auch sie neben den Galliern als bestkostümierte Truppe geehrt. Dahinter verbargen sich die Läufer Tobias Cronenberg, Nils Ljungström, Tom Tilly und Rebecca Troff, alle aus Heisterbacherrott und Oberpleis.

Während die Schüler, die statt Startgeld eine Spende für die Stiftung "Eine Schule für Maziamu" leisteten, bereits ihren Lauf beendet hatten, drehten die Erwachsenen ihre Runden durch die Weinberge.

Die Stände dort schenkten nicht nur Traubensaft und Wasser aus - drei Weingüter boten auch Siebengebirgswein an, Met gab es beim Imker, Käse, Baguette, Honigbrote sowie andere kleine Speisen bei weiteren Stationen. Da legten viele gerne eine Pause ein, stärkten sich oder hörten der Live-Musik zu.

Insgesamt 1200 Teilnehmer, davon 950 Erwachsene, machten sich am Samstag auf die Strecke. 1100 Meter hatten die Kinder, 400 Meter die Bambinis zurückzulegen - erstmals blieb der Nachwuchs auf flacher Strecke im Dorf. Darauf zurückzuführen ist wohl auch die Steigerung der Teilnehmerzahl von 100 auf 250 Kinder im Vergleich zum Vorjahr.

Ein Rekord: Innerhalb von 13 Minuten war am Anmeldetag der Lauf für die Erwachsenen ausgebucht gewesen. Sie hatten die Wahl zwischen dem Winzerlauf über 3650 Meter und dem Hardtlauf über elf Kilometer.

260 Starter begaben sich auf eine Runde: Vom Weingut Sülz aus ging es durch das malerische Mühlental, durch die Oberdollendorfer Hardt mit fantastischer Aussicht ins Rheintal und bergab durch die sonnigen Weinberge. Dreimal wurde diese Strecke beim Hardtlauf von 720 Startern bewältigt.

Eine Herausforderung für das SSG-Team um Cheforganisator und "Petit-Medoc"-Erfinder Winni Penno, der auf rund 80 Helfer zählen konnte. Aber auch für das Publikum am Wegesrand war die Veranstaltung ein Genuss. Mehr als 90 Prozent aller Teilnehmer waren verkleidet.

Altbürgermeister Herbert Krämer ließ per T-Shirt-Aufschrift wissen: "Wie alter Wein - älter und besser!" Als Südsee-Schönheit machte Melanie Wolfers aus Oberdollendorf mit. Ihr Fazit: "Zum ersten Mal, super!" Durch die Weinberge "summten" auch die Bienen Elke Duda und Sabine Schäfer. "Es macht unheimlich viel Spaß hier."

Als sterbender Schwan kostümiert lief Ulrich Beckonert mit, während seine Frau Christiane ein Husky-Kostüm trug. "Diesen Lauf kann man wirklich genießen - eine super Organisation, tolles Ambiente, tolle Leute und eine schöne Strecke."

Furore machte auch ein Freundeskreis um den Bad Honnefer Läufer Matthias Beckonert als Künstlerkollektiv. Die zehn Leute trugen auf ihren farbbeklecksten Hemden Aufschriften wie "Lieber ein Wein als Hundertwasser!" und hatten an der Bachstraße eine Staffelei aufgebaut, an der jeder Läufer sich mit bereitstehender Farbe verewigen konnte.

So entstand ein tolles Bild, das den Organisatoren am Ende überreicht wurde. Denn: "Petit Medoc ist ein solch schöner, farbiger Lauf!"

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