Materiallager in Königswinter: Bundeswehr schafft 80 neue Stellen in Eudenbach

Materiallager in Königswinter : Bundeswehr schafft 80 neue Stellen in Eudenbach

Das Verteidigungsministerium nimmt das Materiallager im Königswinterer Stadtteil Eudenbach nach seiner Aufgabe wieder in Betrieb. Die Bundeswehr schafft rund 80 neue Stellen und investiert rund 17 Millionen Euro.

Für Peter Wirtz kam die Nachricht zu seinem 59. Geburtstag am Dienstag gerade recht. In einer lapidaren E-Mail an die Stadtverwaltung wurde Königswinters Bürgermeister von einem Stabshauptmann des Bundesverteidigungsministeriums darüber in Kenntnis gesetzt, dass auf der Hardthöhe eine verbindliche Entscheidung getroffen wurde, das Materiallager in Eudenbach wieder in Betrieb zu nehmen und weitere Arbeitsplätze zu schaffen.

Nach derzeitiger Planung soll das Depot noch in diesem Jahr wieder genutzt werden. Dazu werden nach Mitteilung des Ministeriums rund 80 neue militärische und zivile Arbeitsplätze geschaffen. Nach ersten Überlegungen sollen in den Neustart rund 17 Million Euro investiert werden. Die Aufnahme des logistischen Betriebs ist für 2023 geplant.

„Ich bin froh, dass wir uns jetzt keine Gedanken über die künftige Nutzung des Areals mehr machen müssen“, sagte Wirtz. Es freue ihn, dass auf diese Weise in der Stadt neue und verlässliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Allerdings habe ihn die Form der Bekanntgabe schon ein wenig gewundert. Auch der Stieldorfer CDU-Bundestagsabgeordnete Norbert Röttgen begrüßte die Entscheidung. „Das Materiallager wird weiter gebraucht und sogar massiv aufgewertet!“, teilte er in einer ersten Reaktion mit. „Das ist eine wirklich gute Nachricht für Königswinter, über die ich mich sehr freue.“

Ende Mai 2018 hatte das Verteidigungsministerium zuletzt mit der Nachricht aufhorchen lassen, dass sich der geplante Abzug aus Eudenbach weiter verzögere. Bis Ende 2019 solle eine Entscheidung über eine weitere Nutzung oder eine Festsetzung des endgültigen Zeitpunkts der Schließung fallen. Dies hatte der Parlamentarische Staatssekretär damals Röttgen mitgeteilt. Der wiederum hatte Bürgermeister Peter Wirtz informiert. Dieses Mal war es andersherum.

Nach Informationen des General-Anzeigers haben als letzte Mitarbeiter die Leute vom Sicherheitsdienst das Materiallager vor etwa einem halben Jahr verlassen. Zuletzt hatten noch rund 20 Angestellte dort gearbeitet. Bei Bekanntgabe der Schließungspläne im Herbst 2011 waren noch 70 Mitarbeiter in Eudenbach beschäftigt. Früher hatte sich im Oberhau das Gerätehauptdepot der Bundeswehr befunden, das von einem Oberstleutnant kommandiert wurde. Die schwindende Bedeutung des Standorts lässt sich daran ablesen, dass in den letzten Jahren vor der Schließung ein Hauptmann Kommandant des Materiallagers gewesen war.

Für die Königswinterer Kommunalpolitiker bedeutet die Entscheidung auch das Ende eines jahrelangen intensiven Diskussionsprozesses. Zuletzt war im Sommer 2017 über die Projektidee des Rhein-Sieg-Kreises gesprochen worden, einen Teil des Areals in Eudenbach als Zwischenlager für Papier, Biomasse-Brennstoff und Kompost zu nutzen. Ein anderer Teil sollte im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes Chance 7 renaturiert werden. Gesprächspartner für die Stadt und den Rhein-Sieg-Kreis war die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) gewesen, die sich um die Nachnutzung der Bundeswehrflächen kümmern sollte. Deren Job ist jetzt beendet.

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