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Großeinsatz der Polizei: Stadt erstattet Anzeige nach Feier auf Grafenwerth

Großeinsatz der Polizei : Stadt erstattet Anzeige nach Feier auf Grafenwerth

Die Polizei hat am Freitagabend eine Feier von mehreren hundert Jugendlichen auf der Insel Grafenwerth aufgelöst. Nach der Riesenparty werden nun mögliche Regressansprüche noch geprüft.

Die Party auf Grafenwerth, die am späten Freitag einen Großeinsatz mit 80 Polizisten ausgelöst hatte, könnte ein weiters Nachspiel haben. Wie berichtet, hatten sich Hunderte Jugendliche nach einer Mitteilung über den Messenger Whatsapp zum Feiern auf der Insel eingefunden. Teils kam es zu Übergriffen auf Polizeibeamte, die Insel war mit Müll übersät.

Noch nicht abschließend geklärt ist in diesem Zusammenhang, ob ein Regressanspruch gegen Urheber der Party zum Tragen kommen könnte, wie Stadt und Polizei am Montag wissen ließen. Die Stadt Bad Honnef hat unabhängig von den polizeilichen Ermittlungen Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Auch die Polizei behielt sich am Montag nach Worten von Sprecher Robert Scholten noch vor, Regressansprüche zu prüfen. Hinweise auf einen möglichen Verursacher der Feier lägen vor.

Vereinzelte Übergriffe auf Polizisten

Fest steht: Die Party, die ohne Genehmigung im Landschaftsschutzgebiet vonstatten gegangen war, lief am Freitag derart aus dem Ruder, dass die gegen 22 Uhr verständigte Polizei sie auflöste. Das Gros der Menge – in ersten offiziellen Meldungen war von bis zu 1000 Teilnehmern die Rede, am Montag wurde die Zahl auf etwa 500 korrigiert – habe sich bei Eintreffen der Polizei friedlich getrollt, so Scholten.

Etwa 200 Jugendliche hätten zunächst kein Einsehen gehabt. Durch einige stark alkoholisierte Teilnehmer sei es "vereinzelt" zu Übergriffen auf Polizisten gekommen. So seien unter anderem Flaschen in Richtung der Streifenwagen geworfen worden. In drei Fällen sei Anzeige erstattet worden, wegen des Verdachts der Sachbeschädigung, Beleidigung und des Landfriedensbruchs.

"Keinerlei Hinweise" auf Straftaten in der Menge

Die gute Nachricht laute, so Scholten: Es gebe "aktuell keinerlei Hinweise", dass es in der Menge selbst zu Straftaten wie etwa tätlichen Übergriffen oder Diebstählen gekommen sei. Drei städtische Mitarbeiter waren am Samstag mehrere Stunden im Einsatz, um den Müll zu beseitigen; Beschädigungen seien keine bekannt, hieß es aus dem Rathaus. Die Insel, die immer montags bis samstags gereinigt wird, sei generell beliebter Treffpunkt, verbunden mit erhöhtem Müllaufkommen. Eine solche Situation sei aber die ganz große Ausnahme. Die Geschehnisse will die Stadt beim nächsten turnusmäßigen Gespräch mit der Polizei zum Thema machen, auch, um Strategien zu entwickeln, wie Wiederholungen zu vermeiden sind.