Rock- und Punk-Location in Ehrenfeld: Kult-Club „Underground” in Köln schließt nach 29 Jahren

Rock- und Punk-Location in Ehrenfeld : Kult-Club „Underground” in Köln schließt nach 29 Jahren

Nicht nur beliebt unter den Kölnern: Das „Underground” lockt seit 29 Jahren Party-Begeisterte von überall mit Konzerten, Partys und abwechslungsreichen Veranstaltungen. Nun schließt der Kult-Club im September seine Türen – und hofft auf eine Neueröffnung.

Der Club auf dem Helios-Gelände in Köln-Ehrenfeld zählt zu den wichtigsten Rock- und Punk-Locations der Stadt und laut eigenen Angaben sogar weltweit. Seit fast 30 Jahren tanzen, singen und feiern die Menschen in dieser einzigartigen Location. Aber nur fast seit 30 Jahren: Denn kurz vorher ist Schluss für das „Underground”. Das 30-Jährige im Januar 2018 wird der Club nicht mehr erleben, teilte dieser auf Anfrage mit.

Am 15. September endet eine kulturelle Ära, denn das gesamte Gelände, auf dem sich der Club befindet, wird ab dann an die Firma Bauwens abgegeben. „Leider haben wir kurzfristig die endgültige Nachricht erhalten, dass der Betrieb des Undergrounds zum 15. September eingestellt werden muss”, erklärte Betreiber Micki Pick auf ihrer Pressekonferenz am Donnerstagmorgen. Die Firma Bauwens hat als Eigentümer die Fläche an die Stadt Köln verkauft, die in naher Zukunft eine Schule bauen wird.

Suche nach neuem Standort

Zeitweise wurde gemunkelt, dass auf dem Gelände ein Einkaufszentrum errichtet werden sollte. In einem langjährigen Prozess verhinderten Bürger, Politiker und Bürgerinitiativen dieses Vorhaben jedoch.

Nun sucht das Underground nach eigenen Angaben nach einem neuen Ort. Dazu sei man in Gesprächen mit der Stadt Köln und durchforste die Stadt nach geeigneten Standorten. Im Gespräch sei unter anderem auch die benachbarte DQE-Halle auf dem Heliosgelände. Noch sei ein Wechsel dorthin aber nicht spruchreif.

30-jähriges Bestehen knapp verpasst

Ursprünglich hatten Inhaber und Bauwens sich für die Übernahme der Stadt auf den ersten Juli 2018 geeinigt. So wäre das 30-jährige „Underground”-Bestehen im Januar noch mit einer gebürtigen Party gefeiert worden. Jedoch wurden die Pläne geändert, denn die Stadt Köln forderte bereits zum Jahreswechsel ein völlig unbebautes Gelände, da sie in Zeitverzug geraten ist.

Deshalb teilten die Inhaber der Clubs am Donnerstag in einer Pressekonferenz mit, dass das Gelände mitsamt der „Underground”-Räumlichkeiten bereits am 15. September 2017 an die Firma Bauwens übergeben wird, damit diese das Gelände pünktlich zum ersten Januar des Folgejahres völlig unbebaut an die Stadt übergeben kann.

Den mehrfachen Bitten und Wünschen des Clubs, zumindest noch das 30-jährige Bestehen gebürtig feiern zu dürfen, konnte die Firma dennoch nicht nachgehen.

Abschied des „Underground”

Nach Angaben der Inhaber werden bis zum 15. September – auch im Rahmen des Heliosfestes – alle geplanten Konzerte, Partys und Veranstaltungen im Ehrenfelder Kult-Club stattfinden.

Ob es das endgültige Ende des „Underground” bedeutet und die kölsche Party-Ära wirklich zu Ende geht, lassen Inhaber und Betreiber zum aktuellen Zeitpunkt offen. Die „Underground”-Zukunft bleibt durch ein Statement des Clubs „Wer weiß, wann und in welcher Form wir uns wieder sehen werden” offen.

Erfolgsgeschichte eine Kult-Clubs

Das „Underground” hat seine Ursprünge 1988. Alles begann mit einer Autowerkstatt und einer einfachen Kneipe. Schnell bekamen Musiker Wind davon, weshalb der Raum für Konzerte, Partys und Ausstellungen umfunktioniert wurde. Auch ein Biergarten kam bald hinzu, so dass der Club sich rasant vergrößerte und mit einem Mix aus Drinnen- und Draußen-Location beliebt wurde. Laut „Underground” haben seitdem rund 10.000 Veranstaltungen in den Hallen stattgefunden.

Im Jahr 2004 wurde der Club von der Underground GmbH unter Inhaber Georg Schmitz-Behrenz und Micki Pick übernommen und florierte seitdem kontinuierlich. Sogar weltweit erlangte das „Underground” Bekanntheit als die Rock- und Punk-Location in Köln. Auch Hip-Hop-, Alternative- und Mainstream-Künstler waren regelmäßig zu Gast.

Künstler wie beispielsweise die Beatsteaks, Green Day, Die Fantastischen Vier, Kraftklub und Silbermond starteten hier teilweise ihre Karriere.