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Masten halten Wind nicht stand: Wind beeinträchtigt Videoüberwachung auf Kölner Domplatte

Masten halten Wind nicht stand : Wind beeinträchtigt Videoüberwachung auf Kölner Domplatte

Nach den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht 2015 hatte Kölns ehemaliger Polizeipräsident Jürgen Mathies verstärkte Videoüberwachung rund um den Dom angeordnet. Starke Windböen verhindern nun aber deutliche Videobilder. Die Kölner Polizei steht vor einem Problem.

Die Videoüberwachung am Kölner Dom läuft derzeit noch nicht so, wie die Kölner Polizei es sich erhofft hatte. Die Masten, an denen neue Videokameras angebracht wurden, halten nicht den Windböen auf der Domplatte stand. Das bestätigte Polizeisprecher Dirk Weber auf Anfrage. Demnach entsprechen die Masten nicht den technischen Anforderungen, die die Polizei bei der öffentlichen Ausschreibung angegeben hatte.

Weber stellte aber auch klar: 13 der geplanten 25 Kameras rund um den Dom sind bereits in Betrieb. Erst jetzt, als nach und nach die übrigen 12 Kameras installiert werden sollten, taten sich Probleme auf. Weber zufolge werden einige der Kameras an Masten angebracht, einige aber auch an Häuserwänden oder anderen Orten.

Die Beamten haben die Masten bei der Fachfirma, die sie geliefert hatte, beanstandet. Wie es dazu kommen konnte, dass trotz der technischen Vorgaben ungeeignete Masten geliefert wurden, sei derzeit unklar und müsse nun geklärt werden, so Weber. Ebenso müsse geklärt werden, ob die Firma für geeignete Ersatzpfeiler sorgen kann.

Nahe des Doms waren zuvor zwei Masten aufgebaut worden. Bereits während der Aufbauarbeiten sei aufgefallen, dass die Pfeiler zu instabil sind. Deshalb seien die Kameras gar nicht erst angebracht worden, sagte Polizeisprecher Weber im weiteren Gespräch.

Kameras helfen bei Verfolgung von Straftaten

Aus Sicht der Polizei sollte so schnell wie möglich eine Lösung gefunden werden. Nach den Vorfällen in der Silvesternacht 2015 sei die polizeiliche Live-Überwachung nicht nur auf der Domplatte und dem Bahnhofsvorplatz vorgesehen, sondern auch an den Kölner Ringen, erklärte Weber. Dort seien an 16 Standorten 19 Kameras geplant, am Dom sollen sich die 25 Kameras an 12 Standorten befinden.

Bei der Videoüberwachung werden zwei Modelle eingesetzt. Dabei handelt es sich zum einen um Panomera-Kameras, die aus mehreren Bildern eine Aufnahme zusammenstellen können. Außerdem werden schwenkbare Kameras benutzt, die Rundum-Aufnahmen machen können. Die Live-Aufnahmen werden zu bestimmten Tageszeiten von Beamten im Polizeipräsidium in Kalk verfolgt.

Am Kölner Dom finde die Überwachung sonntags bis donnerstags zwischen zehn Uhr morgens und ein Uhr nachts statt. Freitags, samstags und vor Feiertagen sind die Kameras hier von zwölf bis zwei Uhr im Einsatz, so Weber. An den Ringen sei die Überwachung am Wochenende und vor Feiertagen von 23 Uhr bis sieben Uhr morgens geplant. Die Überwachung mache hier nur nachts Sinn, weil die Ringe tagsüber eine Einkaufsmeile seien und erst nachts zur Partymeile würden. Dann müssten die Beamten auf Prügeleien und Straftaten vorbereitet sein.

Wie Weber erklärte, können die Kameras der Polizei dabei helfen, schneller auf Straftaten zu reagieren oder sie sogar zu verhindern. Die Aufnahmen darf die Polizei 14 Tage lang speichern. Werden Straftaten verfolgt, dürfen die Aufnahmen auch länger verwendet werden.