Neubaugebiet in Witterschlick: Buschkauler Feld: Kritik an Größe

Neubaugebiet in Witterschlick : Buschkauler Feld: Kritik an Größe

Die Gemeinde Alfter steuert weiter auf die Verwirklichung des Neubaugebiets Buschkauler Feld in Witterschlick zu, das rund 1200 Einwohnern Platz bieten soll.

In der Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung am Donnerstagabend, die mehr als 50 Anwohner verfolgten, stellte Planer Ralf Thielecke vom Bonner Büro Städtebauliche Arbeitsgemeinschaft den aktuellen Sachstand vor. Nach intensiver Diskussion beschloss der Ausschuss gegen die Stimmen von Grünen und Freien Wählern, das Projekt voranzutreiben.

Einstimmig fiel der Beschluss, das Gebiet in Teilstücken zu realisieren. Ebenso einstimmig votierte der Ausschuss dafür, dass die Alfterer Wirtschaftsförderungsgesellschaft das Baugebiet entwickeln soll und dass die Träger öffentlicher Belange bereits beteiligt werden sollen. Ihre Stellungnahmen werden laut Bürgermeister Rolf Schumacher für die Kostenkalkulation benötigt. Auch prüft die Verwaltung auf Antrag der Freien Wähler die Möglichkeit eines Seniorenheims.

Das Baugebiet mit einer Fläche von etwa 13,5 Hektar soll wie berichtet nach und nach entwickelt werden. Auf der Fläche zwischen Ramelshovener Straße und Buschkauler Weg sind mehr als 400 Wohneinheiten, frei stehende Einfamilien-, Reihen- und Doppelhäuser sowie Mietwohnungen für rund 1200 neue Bewohner vorgesehen. Des Weiteren könnten am Übergang zum Gewerbegebiet Witterschlick-Nord auch einige Gewerbeeinheiten in einem Mischgebiet entstehen. Das Gebiet ist im Flächennutzungsplan als Wohnfläche ausgewiesen.

Während das Abwasser über den Kanal unter der Straße Auf dem Schurweßel abfließen kann, soll das Oberflächenwasser in den Hardtbach geleitet werden. Eine Versickerung sei wegen auftretenden Schichtenwassers nicht möglich, erklärte Thielecke zum Thema Entwässerung.

Angepasst wurde seit der vergangenen Sitzung die Verkehrsplanung – auch wenn das Verkehrsgutachten noch nicht fertig ist. So wurde eine Straße parallel zur Ramelshovener Straße eingefügt, um zu verhindern, dass die Straße zur Durchgangs- oder Umgehungsstraße genutzt wird. Außerdem wurden zahlreiche Rad- und Fußwege vorgesehen. Thielecke: „Da das Gelände ein erhebliches Gefälle aufweist, sollten die Radwege sehr attraktiv sein, damit sie genutzt werden.“

Bürgermeister Rolf Schumacher hatte einen umfangreichen Beschlussvorschlag mit sieben Punkten eingebracht. „Wir diskutieren hier eine Rahmenplanung noch weit vor der Aufstellung eines Bebauungsplans“, sagte er. Durch die breite Diskussion mit den Bürgern und in der Politik sei man in der Lage, viele Bedenken und Anregungen aufzunehmen. Er wisse, dass die Witterschlicker Befürchtungen wegen der Größe des Areals haben, so Schumacher.

Er gab jedoch zu Bedenken, dass Wohnraum benötigt werde und etwa die Witterschlicker Grundschule auf längere Sicht in ihrer Existenz gefährdet sei, wenn nicht zusätzliche Familien nach Witterschlick ziehen. „Es vergeht keine Bürgerversammlung, bei der nicht junge Familien nach Baumöglichkeiten in der Gemeinde fragen“, sagte er. Durch die sukzessive Umsetzung wolle man eine Überforderung des Orts verhindern. Bei der Umsetzung der Gesamtplanung sei von zehn bis 20 Jahren auszugehen.

Wohnraum für junge Familien, aber auch für ältere Menschen sei wichtig, um ein Miteinander hinzubekommen, meinte Barthel Schölgens (CDU). Durch die allmähliche Umsetzung des Baugebiets sei eine sinnvolle Auslastung der Infrastruktur möglich. Schölgens mahnte, an den Bahnhaltepunkten zusätzliche Parkplätze für Autos und Fahrräder vorzusehen.

Kritisch äußerte sich Bolko Graf von Schweinitz (Freie Wähler): „Wir halten das Baugebiet für zu groß.“ Vor allem der zu erwartende Verkehr mache ihm Sorgen. Zu einer Beurteilung fehle das Verkehrsgutachten. „Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum“, sprach sich Thomas Klaus (SPD) hingegen für das Projekt aus.

„Das hier vorgeschlagene Baugebiet ist sehr groß“, sagte auch Paul Breloh (FDP). Es sei wichtig, das Gebiet nach und nach zu entwickeln, um stabile Zahlen für Kindergarten und Grundschule zu bekommen. Breloh: „Das hat den Charme, dass man aus Erfahrungen lernen kann.“ Sympathien für das Projekt zeigte auch Michael Schroerlücke (Grüne). Das Hauptproblem der Grünen ist dennoch die Größe. „Witterschlick hat um die 5000 Einwohner, wenn da 1200 Menschen hinzukommen, sind das 20 Prozent.“