Zwei Festhnahmen: 160 Fahnder bei Razzia in Köln im Einsatz

Zwei Festhnahmen : 160 Fahnder bei Razzia in Köln im Einsatz

Mit einer Razzia im Rechtsrheinischen sind Polizei, Zoll und Stadt gegen Straßenkriminalität vorgegangen. Mit 160 Fahndern und Kräften der Bereitschaftspolizei wurden am Samstagabend mehrere Lokale durchsucht.

Zwei Festnahmen, 15 Strafanzeigen, insgesamt 241 überprüfte Personen und jede Menge sichergestellter, nicht versteuerter Tabak - das ist unter anderem das Ergebnis einer groß angelegten Razzia im Rechtsrheinischen. Mit einem Großaufgebot war die Polizei in den Kölner Stadtteilen Kalk, Humboldt-Gremberg, Ostheim, Vingst und Höhenberg im Einsatz.

Die Festnahmen und Strafanzeigen stehen unter anderem im Zusammenhang mit dem Verdacht auf Verstoß gegen das Waffengesetz, Diebstahl und Drogendelikten. Insgesamt kontrollierten die Einsatzkräfte 241 Personen und 71 Fahrzeuge.

Vier Lokale, darunter Wettbüros und Bars wurden von den Einsatzkräften am Samstagabend durchsucht. Von den Lokalen sei bekannt, dass sie von Kriminellen als Rückzugsorte genutzt werden. Es gehe daher um Delikte wie Drogenhandel, Körperverletzung, Raub, Schwarzarbeit und illegalen Shisha-Tabak. Die Razzia hatte laut Polizei aber nicht im direkten Zusammenhang mit Clan-Kriminalität gestanden.

160 Fahnder im Einsatz

Der Einsatz hatte am Samstagabend um 19 Uhr begonnen und und endete am Sonntag in den frühen Morgenstunden. Mit sichtbarer Unterstützung der Bereitschaftspolizei waren insgesamt rund 160 Fahnder der beteiligten Behörden im Einsatz, an einigen Lokalen auch mit Hunden zum Aufspüren von Drogen und Waffenverstecken. Beamte des Verkehrsdienstes und des Projekts Rennen nahmen am Abend und in der Nacht Autos im Umfeld der Razzien unter die Lupe.

Polizeioberrat Markus Grommes, verantwortlich für den Einsatz, resümierte noch in der Nacht: "Wir sind seit 2016 verstärkt auf den Straßen im Rechtsrheinischen präsent, um gegen die Straßenkriminalität, also Delikte wie Körperverletzungen, Drogenhandel, Raub und Diebstahl gezielt vorzugehen".

Gerade in den Straßenzügen Kalk-Mülheimer Straße, Kalker Hauptstraße, der Taunusstraße und den Nebenstraßen würden vor allem junge Nordafrikaner regelmäßig durch Straftaten auffallen. "Wir wissen, dass die Bars und Gaststätten den jungen Straftätern häufig als Treffpunkte dienen. Deshalb nehmen wir gerade diese Szenetreffs auch weiterhin besonders in den Fokus", so Grommes. Und weiter: "Wir werden nicht zulassen, dass die Kriminellen, Bars und Kneipen als sichere Rückzugsräume nutzen, aus denen sie unerkannt agieren können."

Auch die immer wieder mit Shisha-Bars in Verbindung stehende Rockerszene nahmen die Beamten ins Visier. "Wir haben wieder in jeder Shisha-Bar unversteuerten Wasserpfeifentabak festgestellt, der nach Abschluss des eingeleiteten Ermittlungsverfahrens vernichtet wird", sagte Zoll-Pressesprecher Jens Ahland. Insgesamt seien knapp fünf Kilogramm unversteuerter Tabak, sowie weitere 46 Dosen Wasserpfeifentabak sichergestellt worden.

Zudem wurden 14 Personen in den Shisha-Bars durch Beamte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit zu ihrer Beschäftigung befragt. "Es gibt in mehreren Fällen Hinweise, dass die Barbetreiber Mitarbeiter nicht oder falsch zur Sozialversicherung gemeldet haben. Mal wieder waren mehrere Angestellte angeblich den ersten oder zweiten Tag vor Ort beschäftigt", so Ahland. "Vor allem die Angaben zur Bezahlung werden wir genau überprüfen. Auch hier haben wir in mehreren Fällen Anhaltspunkte dafür, dass der Mindestlohn nicht gezahlt wird."

Polizei und Justiz in NRW haben in den letzten Monaten vor allem ihre Einsätze gegen kriminelle Mitglieder von Clans erheblich ausgeweitet. Immer wieder gab es in dem Zusammenhang großangelegte Razzien.

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