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Vier-Sterne-Hotel in Remagen: Investor und Betreiber fehlen

Vier-Sterne-Hotel in Remagen : Investor und Betreiber fehlen

"Noch nie waren wir unserem Ziel so nahe", meinte Remagens Bauamtsleiter Gisbert Bachem. Auch in der örtlichen Kommunalpolitik macht sich Euphorie breit. Grund: Der Weg für den Bau eines lang ersehnten Hotels am Rhein ist frei, Baurecht ist geschaffen, die Planung steht.

Allerdings: Gesucht werden muss noch ein Betreiber und nicht zuletzt - ein Financier. 45 Millionen Euro soll das Projekt mit seinen 54 Doppelzimmern und Suiten, mit seinen rund 40 Boarding-Häusern und ebenso vielen "Service Apartments schließlich kosten.

Seit Jahrzehnten arbeitet Remagen daran, die alte Römerstadt für den Tourismus noch attraktiver zu machen. Vom "Haus Oberwinter" und dem unmittelbar am Bahnhof gelegenen, gerne von Engländern frequentierten Hotel Pinger abgesehen, gibt es kaum nennenswerte Beherbergungsbetriebe. Erst recht nicht im Vier-Sterne-Bereich.

Geht es nach Rat und Verwaltung, soll sich das schon in naher Zukunft ändern. An der zwischen der Kernstadt und dem Stadtteil Kripp gelegenen einstigen Brücke von Remagen wurde nun Baurecht für ein angemessenes Grundstück geschaffen, nachdem die Gesellschaft "Prime Property" jetzt für das Entwicklungsprojekt "Rhein-Residenzhotel Remagen" eine sehr detaillierte Planung vorgelegt hat.

Architekt ist Tom Krause aus Eschweiler, ein auf Hotel- und Freizeitanlagen spezialisierter Planer, der sich nach eigenen Angaben bereits seit mehr als zwei Jahren intensiv mit dem Remagener Vorhaben beschäftigt. Nicht zuletzt galt es, die Eigentümer der erforderlichen Grundstücke unter einen Hut zu bekommen und zu einem Verkauf zu bewegen, damit das Hotelareal nahe den Brückenpfeilern dargestellt werden konnte. 21 400 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche, verteilt auf fünf Stockwerke, sollen nach den Vorstellungen des Planungsbüros am Rhein entstehen. Im Erdreich soll eine Tiefgarage gebaut werden, die Platz für 130 Fahrzeuge bietet. Im Außenbereich sind weitere 50 Stellplätze in der Planung berücksichtigt.

Ferner ist an einen großzügig dimensionierten Wellness-Spa-Bereich gedacht, der sich über 1100 Quadratmeter erstrecken soll. Alleine 650 Quadratmeter sind für gleich vier Gastronomiebereiche in der Planung vorgesehen. Das Vier-Sterne-Haus sieht nach aktuellem Stand 180 Betten vor. Architektonisch besonders reizvoll könnte das angedachte Bistro sein, das nach drei Seiten offen an der Verladerampe an den historischen Brückentürmen aufgesetzt, quasi frei schwebend über den vorhandenen Radweg in Richtung Rhein gebaut werden soll.

Die Stadt Remagen hat nun mit Krause einen Durchführungsvertrag geschlossen. Er sieht vor, dass innerhalb von sechs Monaten der Bauantrag eingereicht werden muss, drei Monate will man für dessen Bearbeitung veranschlagen, danach könnten Ausführungsplanung und Ausschreibungen erfolgen. Bauamtsleiter Bachem: "Wenn alles gut läuft, könnte das Hotel im Jahre 2019 eröffnen."

In der jüngsten Sitzung des Stadtrates wurde das Projekt vorgestellt und stieß - erwartungsgemäß - auf große Resonanz. Lediglich die Grünen zeigten sich reserviert. Ihre Befürchtung: Sollte sich kein Hotelbetreiber finden, könnte die gebaute Hotelanlage flugs in Wohnungen in Bestlage für gut betuchte Interessenten umgewandelt werden. Investoren hätten dann anständig Geld verdient, die Stadt aber stünde mit leeren Händen da.