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Weniger Passagiere im VRS: Weniger Fahrgäste in Bus und Bahn in der Region

Weniger Passagiere im VRS : Weniger Fahrgäste in Bus und Bahn in der Region

Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg zieht eine durchwachsene Bilanz. Erstmals seit langem sank die Fahrgastzahl. Durch Preiserhöhungen hat sich dennoch der Umsatz vergrößert.

Die Zahl der Fahrgäste in Bussen und Bahnen im Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) ist 2018 erstmals seit vielen Jahren gesunken. Rund 551 Millionen Fahrten bedeuten gegenüber 2017 ein Minus von 800.000 Fahrten oder 0,15 Prozent). Weil die Fahrkarten im Schnitt um 1,1 Prozent teurer wurden, stiegen die Einnahmen dennoch um 2,27 Millionen (plus 0,34 Prozent) auf knapp 675 Millionen Euro, erläuterte VRS-Geschäftsführer Michael Vogel am Donnerstag bei der Vorstellung der Jahresbilanz in Köln. Einerseits sei der ÖPNV für Millionen Menschen ein unverzichtbarer Bestandteil des öffentlichen Lebens, andererseits stoße die Infrastruktur zunehmend an ihre Grenzen, so Vogel.

Erfreulich aus Sicht des VRS: Fast jeder vierte der rund 3,4 Millionen Einwohner im Verbundgebiet hat ein Abo für den ÖPNV, knapp 470 Millionen Euro Einnahmen wurden 2018 mit Zeitkarten erzielt. Ihre Zahl stieg um 13 000 (plus 1,57 Prozent) auf 840 300, dazu beigetragen haben neue Abschlüsse mit der Bayer AG und der Deutschen Post beim Jobticket sowie das in der zweiten Jahreshälfte 2017 eingeführte Azubiticket. Mit mehr als 20 100 Inhabern hat es dem erheblich teureren Starterticket, das derzeit noch 2470 Personen nutzen, 2018 den Rang abgelaufen. Ab August 2019 soll das Azubiticket auf Wunsch mit 20 Euro Zuschlag im Monat für ganz NRW gelten.

Das Handyticket ist ein voller Erfolg

Eine Erfolgsgeschichte schreibt das rabattierte Handyticket. 4,42 Millionen Stück wurden 2018 im VRS gelöst, ein Plus von 1,28 Millionen oder 40,68 Prozent (3,14 Millionen/2017). 366/000 Kunden waren am Jahresende für das Handyticket registriert. Die Einnahmen stiegen um satte 58,44 oder 7,29 Millionen Euro auf 19,76 Millionen Euro.

VRS-Geschäftsführer Vogel ist überzeugt, dass mit der fortschreitenden Digitalisierung neue Kunden gewonnen können und das Tarifsystem vereinfacht werden kann. Belegen soll das ein seit Montag laufender auf fünf Monate beschränkter Pilotversuch nach dem Motto „Zahlen Sie nur noch Luftlinie“. Der auf 4000 Personen beschränkte Test wendet sich vor allem an Gelegenheitsnutzer von Bus und Bahn. Nach der Devise „Anmelden, einchecken, losfahren“ soll der eTarif eine Art Rund-um-Sorglos-Lösung sein.

September endet die Pilotphase

Abgerechnet wird die Fahrt nach Luftlinie zwischen Start- und Zielhaltestelle (je angefangener Kilometer 15 Cent plus 1,50 Euro Grundpreis). 1436 Testpersonen haben sich bereits unter vrs.de/etarif registriert und die App „FTQ Lab“ installiert. 4000 Probanden sollen es maximal sein. VRS-Geschäftsführer Michael Vogel ist überzeugt, dass der Tarif viel Sinn macht, vor allem löse er Tarifhärten, die aktuell noch im Verbundgebiet bestehen. Anfang September, nach Abschluss der Pilotphase wird ausgewertet und danach entschieden, ob der eTarif für alle eingeführt wird.

Dass sich mit eTarif Geld sparen lässt, belegen Beispielfahrten, die der VRS vorstellte: So kostet die Fahrt vom Bahnhof Euskirchen zum Bonner Hauptbahnhof in der Preisstufe 4 als Einzelticket 8,20 Euro, als Handyticket 7,38 Euro und im eTarif 4,95 Euro (Luftlinie 23 km). Für die Strecke vom Wiener Platz in Köln-Mülheim zum Bahnhof Ehrenfeld in der Preisstufe 1b (3 Euro), werden als Handyticket 2,70 Euro fällig, im eTarif 2,55 Euro (Luftlinie 6,2 km). In der Testphase werden unabhängig von Anzahl und Dauer der Fahrten maximal 15 Euro am Tag fällig.