Kommentar zur Bevölkerungsstudie: Riesige Aufgaben

Kommentar zur Bevölkerungsstudie : Riesige Aufgaben

Trotz der guten Werte für Bonn und Köln in der Demografiestudie des Berlin-Instituts kann sich die Region nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen, meint unsere Autorin.

Nordrhein-Westfalen ist ein Bundesland mit starken Gegensätzen, wirtschaftlich gesehen. Hier die boomende Rheinschiene, die immer mehr Menschen wegen attraktiver Arbeitsplätze mit hohen Löhnen anzieht, dort das darbende Ruhrgebiet, das nur langsam den Strukturwandel weg vom Bergbau und der Stahlindustrie hin zu neuen Jobs in der Digitalwirtschaft schafft. Wie sehr die Region zwischen Emscher und Ruhr zum Sorgenkind geworden ist, zeigt allein die Höhe des Einkommens: Es liegt in Gelsenkirchen und Duisburg bei knapp 17.000 Euro pro Person und Jahr – das ist der niedrigste Wert bundesweit.

Trotz der guten Werte für Bonn und Köln in der am Freitag vorgestellten Demografiestudie kann sich die Region nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. Erstens ist sie nicht auf einer Insel gelagert, zweitens hat sie etwa mit der immensen kommunalen Verschuldung, der Wohnraumnot und weiterhin bestehenden Problemen auf dem Arbeitsmarkt riesige Aufgaben zu stemmen.

Das können Kommunal- und Landespolitik nicht allein bewältigen, auch der Bund wird kluge Strukturpolitik betreiben müssen. Die Kohlemilliarden, die der Ruhrpott sich erhofft, sind aber kein Allheilmittel.

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