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Arbeitsmarkt in der Region: Mehr behinderte Menschen in Arbeit

Arbeitsmarkt in der Region : Mehr behinderte Menschen in Arbeit

Die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt wirkt sich auch positiv für arbeitssuchende Menschen mit Behinderung aus: Wie das am Donnerstag veröffentlichte „Inklusionsbarometer Arbeit 2017“ zeigt.

Die Arbeitslosenquote Schwerbehinderter im vergangenen Jahr von 13,4 (2015) auf 12,4 Prozent. Allerdings ist der Abstand zur Arbeitslosenquote Nichtschwerbehinderter immer noch groß: Dieser Wert lag in beiden zurückliegenden Jahren bei jeweils 6,1 Prozent.

Auch im Bezirk der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg, wo die allgemeine Arbeitslosenquote im November auf 5,6 Prozent gegenüber 5,8 Prozent im November 2016 fiel, ging die Erwerbslosigkeit schwerbehinderter Menschen zurück, und zwar um 0,6 Prozent im Vergleich zu November 2016. In Bezug auf den Bestand der Arbeitslosigkeit insgesamt waren 7,4 Prozent der Arbeitslosen in Bonn/Rhein-Sieg schwerbehindert. „Menschen mit einer Behinderung verfügen häufig über eine gute Ausbildung“, sagte Marita Schmickler-Herriger, Leiterin der hiesigen Arbeitsagentur. „Hinzu kommt, dass viele auch über längere Berufserfahrung verfügen. Beides macht sie als potenzielle Fachkräfte für Unternehmen interessant.“

Der kommende Sonntag ist der internationale Tag der Menschen mit Behinderung. Aus diesem Grund wird die Arbeitsagentur Bonn/Rhein-Sieg das Thema öffentlich eine ganze Woche begleiten. Das „Inklusionsbarometer“ ist wiederum eine Initiative, die von der in Bonn ansässigen Aktion Mensch unterstützt wird. Erarbeitet wurde es bereits das fünfte Jahr in Folge vom Handelsblatt Research Institute (HRE).

Dessen Leiter, der Wirtschaftswissenschaftler Bert Rürup, beklagte die nach wie vor zu geringe Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen. „Von fast 120 000 jungen Menschen mit Behinderung im Alter zwischen 18 und 25 Jahren sind nur rund 7000 in einer beruflichen Ausbildung“, kritisierte Rürup.

NRW schneidet beim "Inklusionsklima" am besten ab

Immerhin sticht Nordrhein-Westfalen im bundesweiten Vergleich dadurch hervor, dass es beim „Inklusionsklima“ am besten abschnitt. Dabei legt die Studie verschiedene Kriterien an wie staatliche Förderung von Schwerbehinderten, Bekanntheitsgrad dieser Förderung sowie Inanspruchnahme der Förderung durch die Unternehmen.

60 Prozent der befragten Arbeitnehmer etwa bewerteten die staatliche Förderung in NRW als sehr gut oder gut. Zu dem guten Ergebnis bei trug auch die Tatsache, dass 46 Prozent der Unternehmen in NRW schriftliche Grundsätze zur Integration von Menschen mit Behinderung haben, bundesweit haben dies lediglich 33 Prozent.

Das Inklusionsbarometer beruht auf einer Forsa-Umfrage unter 803 Arbeitnehmern mit Behinderung und 503 Unternehmen, die Menschen mit Behinderung beschäftigen. Zudem wurden Daten des statistischen Bundesamtes und der Integrationsämter ausgewertet.

Stärker als erwartet verringerte sich im November die generelle Arbeitslosigkeit in NRW. Insgesamt sank die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Oktober um mehr als 7500 auf rund 668 000 Personen, wie die Chefin der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit, Christiane Schönefeld, berichtete. Die Arbeitslosenquote ging von 7,1 auf 7,0 Prozent zurück. Bundesweit liegt die Arbeitslosenquote bei 5,3 Prozent.

Den Grund für die positive Entwicklung sieht die Arbeitsmarktexpertin im hohen Bedarf an Fachkräften aufgrund der guten Konjunktur. Auch die Integration geflüchteter Menschen am Arbeitsmarkt komme gut voran. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Geflüchteten sei im November ein weiteres Mal gefallen.