Garrelt Duin in Köln: Ex-Minister soll Handwerkskammer führen

Garrelt Duin in Köln : Ex-Minister soll Handwerkskammer führen

Der frühere NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) soll Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln werden. Die Kölner Vollversammlung stimmt dazu am 22. Juli ab.

Der frühere NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) soll Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln werden. Am 22. Juli stimmt die Vollversammlung der Kammer über die Ernennung Duins ab. „Wir haben es uns bei der Auswahl nicht leicht gemacht“, sagte Kammerpräsident Hans Peter Wollseifer. Aus insgesamt 91 Bewerbungen sei in einem mehrstufigen Verfahren unter Beteiligung aller zuständigen Gremien Duin ausgewählt worden.

„Parteipolitik spielte dabei keine Rolle“, so Wollseifer. „Es geht uns allein um Handwerkspolitik.“ Duin könne die Branche gut nach außen vertreten und verfüge auch über hohe Sachkenntnis, was Verwaltungsabläufe betrifft.

Über diese Verwaltungsabläufe waren Duins Vorgänger Ortwin Weltrich und dessen Stellvertreter Peter Panzer gestolpert. Sie mussten im März dieses Jahres ihre Posten aufgeben, da unter ihrer Führung Personalkostenzuschüsse für eine Entwicklungshilfeorganisation der Kammer falsch verbucht wurden. Dadurch ist der Handwerksorganisation laut Gutachten ein steuerlicher Schaden von rund 1,1 Millionen Euro entstanden.

Spätestens im November soll Duin in Köln anfangen, wenn die Vollversammlung der Personalie zustimmt. Derzeit ist er bei Thyssenkrupp als Personalchef für Geschäftsbereiche einer Konzernsparte tätig. Thyssenkrupp steht nach der abgesagten Fusion seiner Stahlsparte mit Tata vor einem radikalen Umbau und will zahlreiche Stellen streichen. Vor seinem Wechsel in die Wirtschaft war Duin zwischen 2012 und 2017 Wirtschaftsminister in Nordrhein-Westfalen. Der 1968 im ostfriesischen Leer geborene Jurist war vor seiner politischen Karriere in NRW in der niedersächsischen SPD aktiv, von 2005 bis 2010 als deren Vorsitzender. Duin war außerdem Bundestagsabgeordneter.

Die Handwerkskammer zu Köln vertritt knapp 35 000 Mitgliedsunternehmen und ist damit bundesweit die viertgrößte Handwerkskammer. Zum Kammerbezirk gehört die gesamt Region Köln/Bonn. Die Institution finanziert sich neben selbst erwirtschafteten Mitteln aus den Mitgliedsbeiträgen, zu deren Zahlung Handwerksbetriebe verpflichtet sind. Insgesamt beschäftigt die Kammer rund 260 Mitarbeiter, die meisten am Hauptsitz in Köln, einen Teil in Bonn.

Das oberste Organ der Handwerkskammer ist die Vollversammlung, mit 54 Mitgliedern aus allen Handwerksgruppen, davon zwei Drittel als Vertreter des selbstständigen Handwerks und ein Drittel als Vertreter der Arbeitnehmer. Getragen wird die Kammer von zahlreichen Ehrenamtlichen.

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