Arbeitsmarkt in der Region: Weniger Arbeitslose in Bonn als im Mai

Arbeitsmarkt in der Region : Weniger Arbeitslose in Bonn als im Mai

Der Arbeitsmarkt entwickelt sich trotz konjunktureller Abkühlung positiv - auch in Bonn und den benachbarten Kreisen. Unterdessen klagt die Wirtschaft über Nachwuchsmangel.

Die Arbeitslosenzahlen in der Region entwickeln sich weiter konstant, auch wenn eine leichte konjunkturelle Abkühlung spürbar ist. Im Bezirk der Arbeitsagentur Bonn/Rhein-Sieg waren im Juni 26 533 Menschen arbeitslos. Das sind nach Angaben der Agentur 169 (0,6 Prozent) weniger als im Mai, jedoch 770 (drei Prozent) mehr als im Vorjahresmonat. Insgesamt liegt die Arbeitslosenquote im Bezirk Bonn/Rhein-Sieg bei 5,3 Prozent, was dem Vorjahresniveau entspricht.

„Konjunkturell bedingt hat sich der Arbeitsmarkt zum Vorjahr abgekühlt“, sagt Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg. Aber: „Die Arbeitskräftenachfrage ist weiterhin positiv.“ Seit Jahresbeginn meldeten Arbeitgeber der Arbeitsagentur 12 867 freie Stellen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat bedeutet das ein Plus von 386 Stellen (plus 3,1 Prozent). Laut Statistik lag die Arbeitslosenquote in weiten Teilen des Bonner Umlands im Juni bei unter fünf Prozent. In der Bundesstadt ist sie etwas höher. Dort betrug die Quote 6,3 Prozent. Das entspricht dem Niveau des Monats Mai und ist eine leichte Verschlechterung gegenüber dem Vorjahreswert (6,2 Prozent).

Im gesamten Rhein-Sieg-Kreis liegt die Arbeitslosenquote bei 4,9 Prozent, wobei es ein Ost-West-Gefälle gibt: Das linksrheinische Kreisgebiet steht mit einer Quote von 3,9 Prozent (Juni 2018: 4,0 Prozent) besser da als das rechtsrheinische mit 5,2 Prozent (Juni 2018: 5,0 Prozent). Im Rechtsrheinischen wird der Wert vor allem durch die strukturarmen Gemeinden Windeck und Eitorf beeinflusst, in deren Geschäftsstellenbezirk die Arbeitslosenquote mit 6,5 Prozent höher ist als in Bonn.

Den besten Wert in der Region verzeichnet der Kreis Ahrweiler, wo die Arbeitslosenquote gerade einmal 3,3 Prozent beträgt.

Bundes- und landesweit entwickelten sich die Arbeitslosenzahlen im Juni insgesamt positiv. In NRW waren 633 500 Menschen ohne Arbeit. Die Arbeitslosenquote verbesserte sich von 6,7 im Vorjahr auf 6,5 Prozent – bester Juni-Wert seit 1992. Bundesweit waren 2,216 Millionen Menschen arbeitslos, was einer Quote von 4,9 Prozent entspricht (minus 0,1 Prozentpunkt). Währenddessen verschärft sich das Problem des Nachwuchsmangels. Allein in NRW sind noch 47 707 Ausbildungsplätze unbesetzt und damit 5,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, so die Bundesagentur für Arbeit. Demnach mangelt es zum Beispiel im Einzelhandel, im Handwerk und in Arztpraxen an jungen Leuten, die den Jobeinstieg wagen wollen. Hauptgrund ist der demografische Wandel. Der Arbeitgeberverband Unternehmer NRW spricht von einem „großen Problem“, das durch eine weitere Entwicklung verstärkt werde: Immer mehr junge Leute wollten studieren anstatt eine Ausbildung anzufangen, so der Verband.

(mit dpa)

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