Schubert in der Kölner Philharmonie

Schubert in der Kölner Philharmonie

Intendant Langevoort stellt Programm für die neue Saison vor

Bonn. Die Zahl ist imponierend: 550 000 Menschen fanden im vergangenen Jahr den Weg in die Kölner Philharmonie.

Und damit ist auch schon das Ziel für die kommende Saison definiert, die Intendant Louwrens Langevoort und Aufsichtsratsvorsitzender Hans-Georg Bögner in der Philharmonie vorstellten.

Verteilt werden sollen die Besucher dann auf insgesamt 454 Veranstaltungen der KölnMusik und ihrer Partner, die in der Saison 2008/2009 von mehreren großen Säulen getragen werden.

So treten Jonathan Nott und die Bamberger Symphoniker in einen dreiteiligen Schubert-Dialog. Jedes Konzert stellt einer Sinfonie Schuberts ein Werk von Bach und ein Werk der Moderne gegenüber. Solisten sind unter anderem die Geigerin Lisa Batiashvili und ihr Mann, der Oboist Francois Leleux, und der Bariton Simon Keenlyside.

Keenlysides Stimmfach ist eine weitere Säule gewidmet, die den Titel "Bariton-Gipfel" trägt. Matthias Goerne, Christian Gerhaher und Thomas Quasthoff sind mit jeweils drei Konzertprogrammen vertreten, deren Inhalte von Liederabenden bis zu sinfonischen Konzerten das ganze Spektrum bedienen.

Eine Schnittmenge gibt es hier zur Gastspielreihe des Freiburger Barockorchesters, das dreimal nach Köln reisen wird. Am 17. Dezember spielt es - als Auftakt zum Gedenkjahr 2009 - ein reines Haydn-Programm mit Quasthoff als Solisten. Zwei Wochen später dirigiert René Jacobs die "Die Schöpfung". Den Startschuss der Freiburger Reihe gibt allerdings Mozart, dessen "Idomeneo" Jacobs im November leitet.

Zum 200. Todestag Haydns am 27. Mai 2009 veranstaltet die Philharmonie eine Gala mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen unter Leitung des bedeutenden Haydn-Interpreten Trevor Pinnock und mit Dietmar Schönherr als Sprecher. Auch András Schiff will sich mit einem Klavierabend dem "Genius Haydn" nähern.

In der Reihe "Internationale Orchester" liegt der Schwerpunkt auf England. Selbst das französisch klingende "Orchestre Révolutionnaire et Romantique", das den Reigen im September unter Leitung seines Gründer John Eliot Gardiner eröffnet, ist britischer Provenienz. Wie das "Orchestra of the Age of Enlightenment", das im Dezember unter Leitung von Simon Rattle gastiert, spielt es auf Originalinstrumenten.

Das Philharmonia Orchestra unter Esa-Pekka Salonen und das London Symphony Orchestra unter Valery Gergiev runden den britischen Schwerpunkt ab. Einzig Gustavo Dudamel kommt mit einem Orchester vom europäischen Kontinent nach Köln, und zwar mit den Göteborgs Symfoniker.

Auf eines der "Big Five" aus den USA muss man in der nächsten Saison in Köln verzichten. Immerhin bringt die Westdeutsche Konzertdirektion das Minnesota Symphony Orchestra in die Domstadt. Zu den Orchestern von internationalem Rang zählen natürlich auch die Wiener Philharmoniker, deren Abo-Reihe sich mit Gastspielen unter Christoph Eschenbach und Daniele Gatti fortsetzt.

Spannende Musikabende verspricht auch die Reihe "Konzertant" mit vier Opernwerken. Neben Mozarts "Idomeneo" ist das zunächst Michael Jarrells "Cassandre" mit dem Ensemble Intercontemporain unter Leitung von Susanna Mälkki.

Es folgen Henzes jüngstes musiktheatralisches Werk "Phaedra", das vom Ensemble Modern unter Michael Boder gegeben wird, und Händels "Athalia" mit Concerto Köln unter Ivor Bolton. Aus Anlass von Karlheinz Stockhausens 80. Geburtstag, den der im Dezember verstorbene Komponist am 22. August 2008 gefeiert hätte, werden am 25. und 26. August Szenen aus "Donnerstag" (aus "Licht") aufgeführt. Peter Rundel dirigiert die musikFabrik, Carlus Padrissa von der Theatergruppe La Fura dels Baus inszeniert.

Ergänzt wird das Programm unter anderem durch spannende Kammermusikreihen und durch die "Rising Stars"-Konzerte mit jungen Musikern. Die Reihen der Partner-Veranstalter, zu denen die Kontrapunkt-Konzerte, die Westdeutsche Konzertdirektion oder der Deutschlandfunk ebenso zählen wie die WDR- und Gürzenich-Konzerte, sind wichtige Ergänzungen des Philharmonie-Programms. Dass sie ab der nächsten Saison deutlich höhere Mietpreise zahlen müssen, bestätigten Langevoort und Bögner gestern.

Natürlich spielt auch die Jugendarbeit weiterhin eine große Rolle, ebenso die PhilharmonieVeedel-Konzerte, die erstmals auch nach Wesseling führen sollen. "Die Bewegung auf Bonn zu soll kein unfreundlicher Akt sein", scherzte Bögner: "Man soll eben früh genug mit der Annäherung beginnen", sagte er in offenkundiger Anspielung auf das geplante Beethoven-Festspielhaus.

Informationen im Internet: www.koelner-philharmonie.de